Österreichisches Wörterbuch



Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar, welche auf www.ostarrichi.org gesammelt werden.


abkristeln

abschwingen beim Schifahren ; Herkunft: Vorreiter in der Entwicklungen von Skitechniken waren die Norweger, welche auch diese Technik erstmals zeigten. Der Name kommt von der Hauptstadt Oslo, früher Christiana (1624 bis 1877) bzw. Kristiana (1877 bis 1924).

abkugeln, sich ~

herzhaft lachen

Ablöse
, die , -n
Abschlagszahlung, oft bei Mietwohnung

abnudeln

abnützen; eine Schraube mit dem Schraubendreher oder Schraubschlüssel bis zur Unbrauchbarkeit abnützen

Abort
, der , -s , -e
WC, Toilette ; Dazu darf ich allen geneigten Lesern die wunderbare Beschreibung des japanischen Aborts im Buch "Lob des Schattens" des verehrungswürdigen Tanizaki Jun'ichirô ans Herz legen.

abpaschen

abhauen ; Beispiel: Denn Streik bedeutet Anwesenheitspflicht der Dienstnehmer und nicht einfach ins Bad abpaschen (letzteres ginge gar nicht, weil auch die Gemeindebäder bestreikt werden). [Die Presse 6.5.2003]

abpassen

auf jemanden warten mit dem man im Streit ist

abpecken, sich

herzhaft lachen

abpracken, sich

lachen

abrebeln

einzeln abpflücken (Beeren von der Traube) ; Beispiel: Vorsichtig den Rogen über einem Gitter abrebeln, gut durchspülen, abtropfen, drei Prozent Salz dazu, pulverfein gemahlen, gut umrühren, fertig. [Die Presse 18.4.2006 zu Kavier verkosten]

abreissen

einen Ort (schnell) verlassen ; Spüh' Zwian und reiss oo!

Abrüster
, der , -s , -
Soldat der mit dem Bundesheer fertig ist

abschasseln

abwimmeln; schnell oder unhöflich abfertigen ; Herkunft: franz. chasser = verjagen, verscheuchen ; Da es jedoch auch einen Eintrag mit "-oa-" im Wortstamm gibt - [wort:11615:oschoasseln] - stellt sich die Frage, ob das "-a-" im Eintragswortstamm nicht die Wiener Variante des bair. [-oa-] ist (brat : broat; haß : hoaß; a Safn : Soafn, i man : i moan u.v.a). Ist dem nämlich so, dann wäre die Herkunft eine andere, denn würde dieses Wiener Stamm-a- dem bair. -oa- entsprechen, dann wären ja beide Stämme - in "abschasseln" wie in "oschoasseln" - die bair.-österr. Entsprechungen eines Standarddeutschen "ei", und dann wäre die (theoretische) Standardform ein "abscheißeln". Mit der "Unhöflichkeit" des Abwimmelns wäre der Zusammenhang erklärbar (vgl. "Scheiß di!").


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.