Bahöl , der , -s , -

Lärm, Wirbel, Behei, Bohei, Buhei



Kommentare:


Des wor a Bahö ! [ von Russi am 2002-09-26 20:17:47 ]
Das war ein Wirbel ! (zum Beispiel nachdem etwas aufgedeckt wurde)

meist auch Bahöö geschrieben [ von JoDo am 2006-09-30 06:17:23 ]
Bahöö, Bahöl Lärm, Aufruhr, Streit, Durcheinander. Möglicherweise aus dem Tschechischen, bahol = Krawall
http://www.vienna24.at/wienerisch.php

Das Wort ist "gut", [ von klaser am 2007-01-22 00:34:12 ]
aber die Schreibweise weist auf ein geschlossenes "ö" hin, etwa wie in Zwataktö[h]. Tatsächlich wird es weit offen ausgesprochen, etwa wie in Karamö[h]n = Karamell-Zuckerln.
Ohne das "l" zum Schluß würde ich gerne Bestnoten vergeben.

Zitat Georg Danzer [ von Brezi am 2007-12-11 15:11:30 ]
Da oide Hawelka sogt: "Suach mar an Bloz!", owa sie mocht a botzn Bahöö, weil sie meint dass so was do net geht und er soi sie schleichn owa schnöö. (Es erübrigt sich wohl eine Quellenangabe; das Lied aus dem das da stammt, errät wohl jede(r) der/die Österreich a bissl kennt, zumal Danzer ja zeitweise in Köln und Dortmund populärer als bei uns war. Nicht einmal kamen ins Café Hawelka Deutsche, um Danzer zu suchen!).

Auch ich finde die Schreibung mit öö irgendwie stimmiger [ von Brezi am 2007-12-11 15:19:08 ]


Bahöl/Pahöll [ von Koschutnig am 2008-05-17 00:22:54 ]
- so schreiben Josef Weinheber (in "Sieg der Provinz") bzw. Karl Kraus (in "Die letzten Tage der Menschheit") dieses Wort. Weinheber: "Beim Heurigen machen jetzt die den Bahöl und tan mit die Glasln skandiern". - Karl Kraus: "Gehts machts doch nicht so an Pahöll"

hebräisch [ von pedrito am 2008-07-09 13:22:31 ]
palhe = Lärm lgrü. pedrito

hebräisch [ von pedrito am 2008-07-09 13:22:48 ]
palhe = Lärm, lgrü. pedrito

Aber [ von JoDo am 2009-01-03 08:40:29 ]
http://www.ostarrichi.org/wort-12726-at-Bah%C3%B6%C3%B6.html
hat die bessere Schreibung!

Verwandtes, deutsches Wort gefunden: Pohei! [ von webbie am 2009-07-28 10:00:20 ]
In einem Forumsbeitrag eines Deutschen fand ich das Wort "Pohei", welches offensichtlich die gleiche Bedeutung hat: "Warum ausgerechnet um dieses Pflänzchen so ein Pohei gemacht wird, ist mir ein Rätsel." Bei der Suche im Netz nach diesem Wort wurde mein Eindruck bestätigt.

[ von anachoret am 2010-03-04 12:12:58 ]

Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867, Sp. 295-296.

"Behei (Lärm, Geschrei).
1. En grot Behei en necks en de Täsch. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 151.
2. En grôt Behei on en Ei op de Kâr. (Meurs.) – Firmenich, I, 402, 151.
3. En grôt Behei on wenig drop. (Meurs.) – Firmenich, I, 402.
4. Völ Behei, grosse Pomei en wenig Geld, messfelt Gott en de Welt. (Aachen.) – Firmenich, III, 232. "

Quelle: http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Behei+%28L%C3%A4rm,+Geschrei%29

Eischwiele Platt: "Behei/ Buhei (letzte Silbe betont) m. unnötiger Aufwand, Aufsehen, viel Aufhebens, Brimborium, protziges Gehabe, Spektakel - Behei maache< etwas aufbauschen, Lärm um nichts machen, prahlen Behei on nüüß dohenge; nackse Behei leere Prahlerei..."
Quelle: http://www.eischwieleplatt.de/woerter/b.html

Buhei und (als Variante) Bohei finden sich im Duden.

"Smudo: „Dresden hat den Nazi-Buhei nicht verdient!“
Quelle: http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/smudo-dresden-hat-den-nazi-buhei-nicht-verdient

"Buhei ums sprechende Brot: "Bernd das Brot" ist eigentlich ein Maskottchen des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals. Seit einigen Monaten entwickelt sich das animierte Backwerk jedoch zum heimlichen Kultstar für erwachsene Zuschauer - obwohl Bernd dauerdepressiv und mürrisch ist. Oder gerade deswegen."
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,269718,00.html

"Innerhalb weniger Wochen verwandelte sich sein Feuilleton in einen angelsächsisch dominierten Visionszirkus um Klon-Bohei und künstliche Intelligenz, in dem seither Wissenschaftler wie Craig Venter das Klagen haben."
Quelle:http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-18479646.html

"Das Bohei ist vorbei. Am späten Sonntagnachmittag wurden in der Wabe in Berlin-Prenzlauer Berg die GewinnerInnen des 16. Open Mike, des Wettbewerbs für junge angehende Literaten, gekürt."
Quelle: http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/%5Cich-stinke-nach-grossmutters-tod%5C/

"„Mach nicht so ein Bohei!”, schimpfte unsere Mutter früher mit meinem kleinen Bruder, wenn der mal wieder mit allen Mitteln seinen Kopf durchsetzen wollten. Ich erzählte, glaube ich, schon mal, dass meine Mutter originelle Worte liebte. Was ihr Ausruf bedeutete, war uns Kindern klar, obwohl wir das Wort nicht kannten: Bohei war Aufstand, Spektakel, Lärm, Trubel, Gewese, Tamtam. Das Wort wurde zu unserem ständigen Begleiter. Um so überraschter war ich, dass ich es eines Tages im Wörterbuch nicht fand. Erst als ich es mal in der Zeitung las, als „Buhei“, war mir klar, warum. Ich hatte es offenbar die ganze Zeit falsch ausgesprochen, unsere Mutter hatte sich geirrt. Bis ich dann Bekannte hörte, die auch immer Bohei sagten. Ja, was denn nun? Die Wörterbücher bevorzugen Buhei, lassen aber Bohei als Variante gelten. Im Wortistik-Blog hat sich sogar jemand die Mühe gemacht und einmal aufgelistet, wie oft welche Schreibweise in deutschen Internet-Einträgen auftauchen: Dort führt Bohei mit 15 700 Treffern, dicht gefolgt von Bohai mit 15 100 Einträgen. Buhai bekommt dagegen nur 1210, Buhay 643 und das in den Nachschlagewerken favorisierte Buhei sogar nur 601 Einträge. Bohey (589), Bohay (424) und Buhey (5) sind dann schon zu vernachlässigen. Die Version mit Bo- führt also bei weitem. Mutter, wir danken dir."
Quelle: http://blog.wissen.de/wissen/ressort/sprachspione/das-bohei-ums-buhei

Wie steht es mit dem englischen "ballyhoo"?
ballyhoo n., pl., -hoos.
1. Sensational or clamorous advertising or publicity.
2. Noisy shouting or uproar.
tr.v., -hooed, -hoo·ing, -hoos.
To advertise or publicize by sensational methods.
WORD HISTORY
The origin of ballyhoo has been the subject of much speculation. This spelling has actually been used for four different words: ballyhoo, "sensational advertising"; ballyhoo, a spelling of balao, a kind of fish; ballyhoo, a part of the name ballyhoo bird, about which more later; and ballyhoo, a sailor´s epithet for an unpopular ship. This last ballyhoo (first recorded in 1836) was thought to be related to, or the same as, the word ballahou, from Spanish balahú, "a type of schooner common in the Antilles." First recorded in 1867, ballahou, besides being a term for a specific kind of ship, was also used contemptuously of inferior ships. But the connection between these sailing terms or the name of the fish and our word ballyhoo, first recorded in 1901, has not been established. There may, however, be a tie between ballyhoo and the creature called a ballyhoo bird. According to a July 1880 article in Harper´s, the bird had four wings and two heads and could whistle through one bill while singing through the other. Anyone who has ever been on a snipe hunt will know what hunting ballyhoo birds was like."

Spät aufgetaucht, Fische, komische Vögel... Das stinkt ja förmlich nach Volksetymologie/"Etymogelei". Sollte es am Ende dieselbe Wurzel haben wie Bahö, Behei, Bohei, Buhei...?

Schreibung ändern: Bahöl [ von Koschutnig am 2010-11-03 23:02:38 ]
Ohne -l ist´s AUSPRACHE, ob mit 1 ö oder öö!

von mhd. `behellen´ = über etwas hinaus tönen.
Ob ihr´s glaubt oder nicht: So steht´s sogar im Duden - Deutsches Universalwörterbuch
http://www.duden-suche.de/suche/trefferliste.php

Und bei Weinheber steht´s auch so,
Im "Wörterbuch der Austriazismen von Klöpffer ebenfalls (S.3)
(http://www.kloepffer.de/Walter_Klopffer/Sidelines/HP_WKL_B.DOC )
und auch im Nationalrats-Protokoll: „Es geht nur um ein einziges Thema: dass Jörg Haider in Kärnten wieder einen ordentlichen Bahöl schlagen kann... .(31.1.2008, S. 75)
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIII/NRSITZ/NRSITZ_00046/fnameorig_106927.html


Zur Herkunft des Wortes [ von JoDo am 2011-06-25 21:06:30 ]
gibt es verschiedene Herleitungsversuche:

Dem Duden zufolge ist es ein Erbwort, das auf mittelhochdeutsch behellen → gmh „über etwas hinaus tönen“ zurückgeht. Dieses Präfixverb ist wiederum eine Ableitung zum Verb hellen → gmh, das althochdeutsch hellan → goh „tönen“ entstammt.[1][2]
Laut Küpper ist das Wort seit dem 19. Jahrhundert im Österreichischen bezeugt. Er vermutet, dass es entweder ungarisch paholni → hu „prügeln“ oder jiddisch בהלה‎, YIVO behole, „Schrecken; Lärm; Bestürzung“ entstammt.[3] Dieses wiederum geht zurück auf hebräisch בֶּהָלָה‎, CHA behālā(h), „Panik“[4].
http://de.wiktionary.org/wiki/Bah%C3%B6l


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