">
4.5 stars - 9 reviews5


Österreichisches Wörterbuch



Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar, welche auf www.ostarrichi.org gesammelt werden.


Quetsche

, die , -n

Ziehharmonika




Kommentare:


≡ klaser, 24.03.2007
Leider wieder: Es finden sich haufenweise deutsche Sites mit Quetsche für Akkordeon.

≡ albertusmagnus, 15.01.2010
Man sollte dem Wort (zumal es im Buch steht) bei Österreichisch noch ein "n" spendieren, ohne dieses ist es eher eine Zwetschke!

≡ Compy, 07.06.2013
Klaser schrieb "Es finden sich haufenweise deutsche Sites mit Quetsche für Akkordeon"
Bei uns in Sachsen heißt es Zerrwanst.

≡ Koschutnig, 07.06.2013
Mysteriös, oder? Wieso wohl heißt die Vereinszeitung des Akkordeon-Orchesters 1957 St. Tönis e.V. in D 47918 Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) ausgerechnet "Die Quetsche"?
Wer sie fragen möchte im Hinblick auf diesen derben, als ach so originell empfundenen und - wie "lecker" - dann importierten Hypermegagiga-Austriazismus - man betrachte nur den großartigen Bekanntheitsgrad in den über 60 Beurteilungen,wo zwar ein fehlendes Schluss-n mehrfach bemängelt wird, doch das hätten hierzulande ja auch Wörter wie Wiese, Gasse, Straße, Hose, doch wo nur 2 Beurteiler die leise Frage : "Ist das wirklich nur österreichisch?"(Wien 19.,Döbling 2012-03-2 bzw. die Bemerkung äußern: "meines Erachtens nicht spezifisch "österreichisch" (aus Graz 2011-05-02 mit Qualität=2: Bekanntheit=-100%)-
die Anschrift: Corneliusstraße 25 b, D-47918 Tönisvorst; info@akkordeon-orchester-1957.de
[http://www.akkordeon-orchester-1957.de/Quetsche_99ohne.pdf]

Übrigens: DWDS nennt als Synonymgruppen für Quetsche(umgangssprachlich):
Akkordeon, Handharmonika, Handorgel (umgangssprachlich), Handzuginstrument, Quetschkommode (umgangssprachlich), Schifferklavier, Ziehharmonika
ohne Hinweis auf "österr.""

≡ Compy, 07.06.2013
Fügt endlich das "n" zu! Bei der Bildsuche erscheinen Pflaumen über Pflaumen, dazwischen eine Kornquetsche, wieder Pflaumen, dann eine"Quetsche 40x40, für Handbetrieb,Obstmühle 40x40, für Handbetrieb. Geeignet für Trauben und Beeren, mit Edelstahltrichter, Alu-Quetschwalzen. Abnehmbare Handkurbel." (siehe [http://tinyurl.com/pbraw3k),] Pflaumen, "Küchenprofi Kartoffelpresse Quetsche Komfort" (siehe [http://tinyurl.com/oyzxc72),] ..... Nur keine Quetschn!

≡ Compy, 08.06.2013
Aber Vorsicht! Quetschn, nicht Quetschen! Während man bei der Bildsuche nach Quetschn tatsächlich solche, in D auch "Ziehharmonika" genannte, findet, bekommt man bei der Suche nach Quetschen ganz andere Ansichten.
Wie z.B. auf [http://www.noos.at/wein/noosweinbau/die-philosophie/] - "Schonendes Quetschen der Trauben" als Bildunterschrift.

≡ Koschutnig, 08.06.2013
Ein -n macht ein Scherzwort für ein Musikinstrument noch nicht zu etwas Österreichischem, Da wüsst' ich noch etliche weitere Instrumente: a Flötn, a Geign, a Bratschn, a Trompetn, a Paukn, a Klarinettn, a Harfn, a Tschinelln
sowie viele andere weibl. Wörter auf -e:
a Gassn, a Straßn, a Wiesn, a Taubn, a Suppn, a Haubn, a Wespn, a Wangen, a Pfeifn, a Kutschn, a Kirschn, a Flankn, a Stiegn, a Treppen....
Als Quetsche ("offizielle Schriftform") ist das Akkordeon scherzhaft-abfällig und daher oft unter Anführungszeichen fast überall in D bekannt. Ein paar Beispiele gefällig?
* Rheinland: Andreas Fasel: „Tango-Quetsche aus dem Rheinland“, in: Die Welt – online ( 29.09.2002)zit. nach Norman Giolbas: "Das Bandonion und seine Erfinder", 2010, S. 26 * Niedersachsen: »Tante Anne konnte zwar ganz gut auf der ‚Quetsche' spielen, auch mit den Bässen. Aber sie hat mir nur gezeigt, wie man das Instrument halten musste. … Irgendwann merkte ich, dass viele Lieder mit demselben Knopf begannen. Unsere Quetsche hatte nämlich keine Tasten, sondern runde Knöpfe « Christel Riepe, Fragmente, 2011 * Erzgebirge und NRW: » „Na los, min Jung’. Do speel mi wat up deen Kasten“ […] Also hängte ich mir meine Quetsche um und dann versuchte ich darauf ein Lied zu spielen, was mir natürlich total misslang. Zuhause war ich zwei Jahre in die Akkordeonstunde gegangen […] Da holte ich meine Quetsche hervor, und wir sangen wieder einmal gemeinsam unser Graupener Heimatlied und andere Erzgebirgslieder « Franz Lorber: „Spuren längst vergangener Zeiten“ „Willebadessen (NRW) 2007 * Schleswig-Holstein: » … schnaufte wie seine "Quetsche", wie er seine wertvollste Habe nannte: "Na Broder, hier gefallt di dat wull?", - "Na, speelst mol La Paloma? fragte Broder..."Wie jümmers!", grinste Jochen auf seine Art, holte für seine Quetsche leicht gesalzene Seeluft und legte los. « Arnold Dittmann – „Der Blauvogel“, 2008
* DDR: » Carmen: „Spielst ja immer noch Quetsche?“ - Sonja: „Klar spiel ich noch, soll ich?“ - Carmen nickt, Sonja spielt, singt: „Friss jeder sein Brot. friss [....] Quetsche spielen könnte ich ihm beibringen“ « Georg Seidel (1945-90 DDR): „Carmen Kittel“ In: Theater der Zeit hg. Verband der Theaterschaffenden der DDR - Bd 43(1988)
* DDR: »Will sich tatsächlich auf so eine liegengelassene Röhre setzen und Quetsche spielen. Bis die Vorläufigen merken, dass man hier auch verweilen kann. Bis droben die Fenster aufgehen. Wie die Quetsche in den weiten Höfen hallt. « Martin Ahrends: „Halbschlaf: Jugend hinter der Mauer“, Berlin 2012 * Ein Berliner Steppke (?) aus Lichterfelde: »In voller einheimischer Tracht und mit einem Akkordeon bewaffnet, spielte er Volksweisen. … „Können Sie ooch Beat spielen?", fragte Harald schelmisch, als Herr Huber seine Quetsche wieder einpacken wollte. Der verzog das Gesicht zu einer Grimasse. „Gä…« von Peter Scheel: „ Urwaldmusik”, BoD 2011
* Wolga-Tourismus: »Sie mühen sich ab, den Gang zurück zum Schiff musikalisch zu untermalen, indem sie flöten, tuten oder die “Quetsche“ betätigen. Sie haben sich geschäftsfördernd auf den Geschmack deutscher Touristen eingestellt und spielen – wirklich herzzerreißend – Auf Wiedersehn, auf Wiedersehn.. « Alexander L. Czoppelt: „Giraffen am Horizont“, 2008

≡ ant18ikes, 08.11.2015
... auch Maurerklavier: "A Fiedl, a Klampfn a Maurerklavier..." (Wiener Lied).

≡ Standard, 07.05.2016
Das Nomen "Quetsche" für "Akkordeon" (gmd.) ist Standard in at und de. Standard in der Schweiz: die Handorgel. (Variantenwörterbuch) Also eher löschen.


Kommentare können nur auf der Seite www.ostarrichi.org hinzugefügt werden !

Eigene Kommentare:


Falls Sie selbst Wörter eintragen möchten oder Kommentare zu diesem Wort hinzufügen möchten, so können Sie dies auf der Seite www.ostarrichi.org machen.
Das Wort ist auch im Bayerischen Wörterbuch zu finden.


© 2000 - 2018 www.ostarrichi.org




Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.