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Österreichisches Wörterbuch



Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar, welche auf www.ostarrichi.org gesammelt werden.


jmd. eine Goschen anhängen

jmd. mit Schimpfworten bloßstellen




Kommentare:


≡ albertusmagnus, 06.12.2009
das Anhängsel "bloßstellen" bei der deutschen Übersetzung ist falsch, wie man auch den anderen Kommentaren entnehmen kann.

≡ heinzpohl, 31.12.2009
Ungenaue Übersetzung Die Übersetzung ist ungenau, die Grundbedeutung ist "jemanden übel beschimpfen", v.a. in Anwesenheit anderer Personen.

≡ Quser6021ce, 30.09.2015
Teil 1: Also zumindest in Wien heißt der Ausdruck was ganz anderes, als viele Kommentare hier meinen und in Wien hat die "Goschn" auch nichts mit Schimpfwörtern zu tun. In Wien heißt der Ausdruck "jemanden eine Goschn anhängen" nämlich, dass ein Untergebener dem zum Beispiel (übertragen oder vermeintlichen) Adeligen frech zurück redet oder hinterher redet, nachdem letzterer dem Untergebenen etwas angeschafft oder erklärt hat und ersterer damit dem Adeligen eine schlechte Nachrede dadurch einhandelt, dass er zur Schau stellt, der Adelige besäße oder besitzt gar keine echte Macht über ihn. Somit stimmt "Bloßstellen" dann wieder schon auch (aber nicht immer). Beispielsweise hängt ein Lehrling dem Meister eine Goschn an, wenn der Lehrling mit dem Meister zum herum diskutieren anfängt oder gar abschätzig hinterher kuscht, dass eine vom Meister aufgetragene Arbeit sowieso sinnlos wäre, weil der Meister keine Ahnung vom gegenständlichen Sachverhalt hätte.

≡ Quser6021ce, 30.09.2015
Teil2: Oft (aber nicht immer) wird die Redensart gerade von solchen Leuten als implizite Drohung, dieses nicht zu tun (eben keine Goschn anzuhängen), verwendet, die einen ernannten Rang aber keine natürliche Autorität (oder echte Argumente) besitzen und sich so eine Autorität zumindest vor gegenwärtigem oder fiktiven Publikum verschaffen wollen. Der Meister baut sich also vor dem Lehrling auf und unterbindet mit "Heast häng ma do ka Goschn au" jegliche weitere Konversation, schaut ihn dabei böse an und erwartet die unverzügliche und stille Erledigung der befohlenen Aufgabe mit der damit impliziten Drohung, dass andernfalls der Lehrling sich eventuell um eine neue Lehrstelle umschauen muss. Gemeint ist mit dem Ausdruck also in Wahrheit, dass der vermeintlich Adelige oder Vorgesetzte von nun an wohl die üble Nachrede (die schlechte Goschn der Leute) ertragen wird müssen, seine ihm anvertrauten Untergebenen nicht richtig im Griff zu haben.

≡ Sigurd, 22.11.2015
Das ist auch häufig die deutliche Gegenrede auf eine unfreundlich klingende Anrede: "He,paß auf dein Hund auf!" - "" Schau wost farst mit dein Radl, Hinicher!"" Der Hundebesitzer hat dem Radfahrer eine Goschen angehängt - die Debatte kann sich fortsetzen.

≡ ant18ikes, 22.11.2015
Du liebe Zeit, es heißt doch einfach zu jemandem frech und unverschämt sein.

≡ berberitze, 22.11.2015
Bloßstellen? Nein. Aber: übel beschimpfen. Auch: frech antworten.

≡ HerrPausW, 23.11.2015
Einzig at18ikes trifft es auf den Punkt! Das ist keine Frage, wer wem unter- oder übergeordnet ist und wer damit wem was sagt. Es ist stets eine unangemessen freche Art mit jemandem zu sprechen! Also kann etwa auch eine am Straßenverkehr teilnehmende Person einem Schutzmann eine Gosch'n anhängen. Meist geschieht dies aus rein aggressiven Momenten (--> "gachzuanig") heraus!


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.