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Österreichisches Wörterbuch



Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar, welche auf www.ostarrichi.org gesammelt werden.


abkratzen

sterben




Kommentare:


≡ Fridolin, 14.04.2010
kommt von Kriegsgefangenenlager 1 WK der Name von Verstorbenen wurde abgekratzt

≡ Compy, 10.06.2011
Gute Erklärung von Fridolin, doch abkratzen tun die Leute auch in Deutschland!

≡ Compy, 24.11.2013
Sollte hier raus, ebenso wie folgende: - [wort:18724:obkrotzn]
- [wort:9181:abkrazn]

≡ Koschutnig, 24.11.2013
Weg damit, bitte! Derb gemeindeutsch! Beispiele dafür, dass es nicht spez. österreichisch ist:
* »Ich möchte mit dem Anschein der Tapferkeit durchhalten können und nicht zu lange auf Hadwig lasten. Mein größter Wunsch: abkratzen ohne langes „Siechtum“«. (Victor Klemperer, Tagebuch, 1956) * »Heute war ein guter Tag, Bilanz zu machen. Wenn es ihn jetzt erwischte, wenn er jetzt: abkratzen müsste, zu dieser Stunde, hatte er viel ausgelassen in seinen fünfzig Jahren, hatte er viel zu bereuen? Nichts hatte er zu bereuen.« (Lion Feuchtwanger, „ Erfolg“, Gesammelte Werke Bd 6, Berlin 1930).
* »„Da haben Sie leider unrecht, werter Herr“, lachte pfeifend der Versicherungsagent von Dellmaier. „Wenn Sie einmal abgekratzt sind, dann sind Sie leider beschissen und halten die Fresse“. - „Sie sind im Irrtum“, wandte Tüverlin bescheiden ein.« ((Feuchtwanger, „Erfolg“)
* DIE ZEIT, Hamburg: »Der Nobelpreis des Jahres 2007 geht an Doris Lessing, […]- Eine alte Frau, den schweren Körper auf der Haustürschwelle abgesetzt, breitbeinig sich vorbeugend, sarkastische Sentenzen ausstoßend im Stile von: Die dachten wohl, ich würde bald abkratzen.« (21.10.2007,)

≡ Koschutnig, 24.11.2013
Weg aus dem Buch und weg aus der Liste, bitte! Derb gemeindeutsch! Entstanden im 19. Jh. aus „beim Weggehen sich mit Kratzfuß verabschieden“
Zwei Beispiele aus Deutschland, die zeigen, dass „abkratzen“ = ‚sterben’ schon vor dem 1. Weltkrieg existiert hat,
sodass die Fridolin-Erklärung der Wortentstehung "kommt von Kriegsgefangenenlager 1 WK" nicht in Frage kommt: * »Da packte Caspar in höchster Herzensnot die Hand des Lehrers. „Ach Gott, ach Gott, so : abkratzen müssen mit Schimpf und Schande! “ stieß er jammernd hervor. « (Jakob Wassermann, „Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens“, 1908) * »Es muss heißen: Im 18-Stundenzug essen, so lange man kann, und dann : abkratzen. Man sei kein Snob, bestelle einen Deckkabinenplatz auf dem nächsten Schnelldampfer nach New York und eile dort zum nächsten Pennsylvania Spewal, um endlich einmal anständig zu essen.« (Kölnische Zeitung 03.01.1908)

≡ gruberin, 17.05.2015
Also, da gibt es genug Kommentare, das ist nicht explizit österreichisch, warum wurde das noch immer nicht gelöscht? PS: Das Zitat von Doris Lessing kann trotzdem nicht dienen, sie ist englische Schriftstellerin, dagher höchstens die Übersetzung gemeint sein

≡ curryfranke, 18.05.2015
Ich schließe mich an: Das Wort ist in Deutschland genauso ein Slang-Wort für "sterben" wie in Österreich. Haben wir als Teenager in Nürnberg auch immer gesagt.

≡ Koschutnig, 18.05.2015
@ curryfranke + compy: Was alles passiert! Meine höchst unpassende und wortgleiche Bemerkung zu euren Kommentaren v. 18.5.15 bzw. Nov. 2013 bezieht sich auf den Hinweis im Kommentar von gruberin am 17.5. zum Doris- Lessing-Beispiel und ist mysteriöserweise bei meinen 2 nachfolgenden +-Bewertungen unbemerkt im Textfeld stehngeblieben.


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.