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Österreichisches Wörterbuch



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Wampe

, die , -n

(dicker) Bauch




Kommentare:


≡ Koschutnig, 20.02.2012
"der Wampen" wär' evtl. berechtigt*), doch "die Wampe" gibt's überall! Bier, Fett und Umgangssprachliches gibt's auch jenseits der Grenzen!
Wieder ein Beispiel, wo ein klein wenig Googeln einen Fehleintrag verhindert hätte, auch wenn drüber gespottet wird.
Schon mittelhochdeutsch: 'wambe', 'wampe', 'wamme' = ‘Bauch, Mutterleib'
* Duden: 'die Wampe', umgangssprachlich abwertend: dicker Bauch (bes. bei Männern)

*DWDS:
'die Wampe': fetter Bauch, salopp
"sich die Wampe vollschlagen" ‘übermäßig essen’
"Meine dicke Wampe hat wenigstens etwas Gutes. Wärme kann sie abgeben" ( E. Claudius: Grüne Oliven, S. 261 )
Synonymgruppen für 'Wampe': (dicker) Bauch, Plauze (umgangssprachlich), Rettungsringe (umgangssprachlich), Speckgürtel (umgangssprachlich), Wanst (umgangssprachlich). Bierbauch


* DER SPIEGEL (27.11.07): …als mein elastisches Mikrofaserunterhemd über jenen Hohlraum spannt, wo früher eine Wampe war, jetzt aber nur noch ein klitzekleiner Restbauch [http://www.spiegel.de/sport/achilles/0,1518,519780,00.html]

* DIE ZEIT (17.5.2008):Die Teller sind derart mit fetttriefenden Schweinswürsten, Blutwürsten, Speck, Pilzen, Tomaten und Spiegeleiern vollgeladen, dass man bis abends nichts mehr braucht. Außer man hat eine so voluminöse Wampe zu füllen wie unser gut gelaunter Frühstücksfreund.

* Erwin Guido Kolbenheyer: "Das dritte Reich des Paracelsus" (1925): Ein ungewöhnlich weit vorgeschobenes Kinn veredelte die volle Wampe und die hängenden Wangen. Nur ein dünnes Bärtchen schmiegte sich über den aufgeworfenen Mund.

*)s. Beurteilung v. 2011-12-20 01:03:47(Klagenfurt(Stadt)): auch: "der Wampen"
Im Grimm'schen Wb. (1854): "WAMME, wampe, f. (dialektisch auch wampen, m.)"
* Auch in Wien war’s einst ein männlicher Wampen, wie das in Wien 1798 gedruckte Libretto einer „heroisch-komische Oper nach Schakespear“ zeigt:
„Da kamet ihr hieher, liebkoßtet mich, klopftet mir die Backen , stopftet mir den Wampen voll Makarom und Parmasankäse — und ich vollwampichter Schlingel ließ mich übertölpeln“ , („Der Sturm: Eine heroisch-komische Oper nach Schakespear“ von Wenzel Müller und ‎Karl Friedrich Hensler , Wien 1798 [http://tinyurl.com/kaqmmaq]

≡ JoDo, 20.02.2012
„Kuhle Wampe“ war der Name eines Zeltplatzes am Großen Müggelsee in Berlin. Kuhl (kühl) bezeichnet die Wassertemperatur der dortigen bauchartigen Bucht. Wampe steht im Berlinischen für Bauch. Kuhle Wampe kann auch „leerer Bauch“ bedeuten. Der gleichnamige heutige Zeltplatz an der Großen Krampe wurde danach benannt.

Sorry doc!

≡ Compy, 11.08.2013
Von der norddeutschen Band Torfrock: Rollos Wampe "Manchmal hab ich den Verdacht, die Wampe hat mich dick gemacht."(siehe [https://www.youtube.com/watch?v=bQBacXaAEIU)]

≡ Koschutnig, 11.08.2013
Anm. zu JoDos "Kuhle Wampe"- ("leerer Bauch"-) Erwähnung „Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?“ war ein großartiger, politisch recht linker Film aus der Zeit der Weimarer Republik, der nach mehrfacher Zensur 1933 aufgrund der „Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat“ endgültig verboten wurde. Auch in Moskau hat man ihn nur 1x gezeigt, da es darin, gemessen an sowjetischen Verhältnissen, den Arbeitern im Kapitalismus zu gut geht.
Als DVD erhältlich. s. WP
[http://de.wikipedia.org/wiki/Kuhle_Wampe_oder:_Wem_geh%C3%B6rt_die_Welt%3F]

≡ Standard, 01.06.2016
Das Nomen "Wampe" (f) für gmd. "dicker Bauch" ist im ganzen deutschsprachigen Raum umgangssprachlich. Weshalb ist dieser Begriff hier noch nicht gelöscht, bitte?


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.