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Österreichisches Wörterbuch



Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar, welche auf www.ostarrichi.org gesammelt werden.


Dachtel

, die , -n

Ohrfeige




Kommentare:


≡ klaser, 01.07.2007
Stimmenthaltung, weil das Wort im Ruhrpott-Wörterbuch auch aufscheint, Dachtel-dachteln als mildere Form von Ohrfeigen(n).

≡ klaser, 02.07.2007
Nach Recherche bei einem schwäbisch-bayrischen Ehepaar: in Schwaben gibt es das Wort, aber in nur ähnlicher Bedeutung. Z.B. eine Mücke dachteln. In Bayern dürfte es unbekannt sein. Denk' ich mir: Ruhrpott hin oder her, ein guter Eintrag.

≡ klaser, 02.07.2007

≡ Koschutnig, 15.12.2009
Dachtel/Tachtel * "Tachtel, ein niedriger Ausdruck für Ohrfeige. Einem eine Tachtel geben, eine Ohrfeige."
Aus der "Oekonomischen Encyklopädie" von J. G. Krünitz (1773 ff.)
[http://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/t/kt00256.htm]

Pommern: "Ik gav em ene düchtige Tachtel." 1867 [http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Tachtel] * Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 277:
»Dachtel, altdeutscher Ausdruck für Dattel, auch Ohrfeige; soll aber nach der Meinung andrer von der Sitte, Dachteln als Gedächtniswecker (Denkzettel) auszuteilen, ihren Namen haben. Man führte beim Feststellen neuer Grenzen und Grenzsteine die Knaben dorthin und gab ihnen eine D., damit sie daran denken sollten« In Österreich heut wohl eher das "Kopfstückl". Für die Ohrfeige haben wir ja die "Watschn", die "Tetschn" und die "Fotzn".
Wie kommen aber exotische Früchte - Feigen, Datteln - eigentlich an den Kopf? Nachdenkzettel!

≡ Koschutnig, 06.02.2012
»Bischof Krenn für "Aufmerksamkeits-Tachtel"« NEWS (24. 5. 2001):
... Zur g´sunden Watschn meint Krenn: "Sie muß nicht der richtige Weg sein, aber falsch ist sie nicht. Zur Aufmerksamkeitserweckung ist eine Tachtel o.k."
[http://tinyurl.com/ya55l44]

≡ Koschutnig, 01.08.2014
Turnvater Jahns Erziehung - keine gemeine Ohrfeige! «Langsame Köpfe durften nicht murren, wenn ihnen der jähzornige Meister durch Verabreichung einer "Dachtel" die Gedankenarbeit beschleunigte; das war keine gemeine Ohrfeige, sondern hing, nach Jahns Etymologie, mit "Denken“ zusammen» (Heinrich v. Treitschke, Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert, Bd. 2 - Treitschke, preußischer Hofhistoriograph und Reichstagsmitglied, war einer bekanntesten und meistgelesenen Historiker und politischen Publizisten im 19. Jh., später völlig vereinnahmt von den Nazis. )

≡ berberitze, 04.10.2016
eine leichte Ohrfeige, ohne klatschendes Geräusch


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.