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Österreichisches Wörterbuch



Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar, welche auf www.ostarrichi.org gesammelt werden.


Sauerrahm

, der , -s , -e

saure Sahne




Kommentare:


≡ evide, 02.04.2009
senz Sauerrahm wird im schwäbisch-alemannischen Raum und im Großteil Bayerns ebenfalls verwendet. Wird von vielen Molkereien auch unter dieser Bezeichnung verkauft (z.B. Allgäuland, Ehrmann, Omira)

≡ Koschutnig, 02.04.2009
Beinah unfassbar aber
RAHM ist eigentlich das gemeindeutsche und hochsprachliche Wort (gewesen),
SAHNE hingegen das regionale (=Mundart-)Wort!!!
"Der Große Brockhaus" der 30er Jahre sagt in Bd. 16 unter "Sahne": " --> Rahm" !!
Das deutsche Lebensmittelgesetz jener Zeit definiert Rahm, nicht Sahne!
1933 werden allerdings bereits beide Begriffe nebeneinander verwendet, z. B.
209.: Verordnung über Speiseeis vom 15.Juli 1933 (RGBl. I S. 510), zuletzt geändert durch Art. 15 VO zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Vorschriften über Zusatzstoffe v. 29. 1. 1998 (BGBl. I S. 230, 297),BGBI. III/FNA 2125-4-7.
"3. Rahmeis, Sahneeis, Fürst Pückler Eis
Rahmeis, Sahneeis, Fürst Pückler Eis enthält mindestens 18 Prozent Milchfett aus der bei der Herstellung verwendeten Sahne (Rahm)."
[http://www.antonbecker.de/Recht/lmbg.html]

Mitzka-Schmitt: Dt. Wortatlas: " 'Rahm' gilt an der Küste von der Nordsee bis zum Stettiner Haff, am Niederrhein (auch in den Niederlanden 'room'), im Rhein- und Ostfränkischen, im Oberdeutschen außer Wien und Salzburg ('Obers'), in Niederschlesien.
'Raum', so auch noch frühneuhochdeutsch von mhd 'roum', gilt in alemann., schwäb. und thüringischer Mundart.
Kretschmer, Wortgeographie (1918): 'Sahne': regionales Wort in Mittel- und Niederdeutschland südwärts bis zur Linie Weimar-Kassel-Koblenz-Trier, vielfach neben dem Hauptausdruck 'Rahm', ist als Wort der maßgebenden Städte aber im Vordringen.

Seit in Wien und Salzburg das Wort 'Obers' aufgekommen ist, verwenden Wiener Kochbücher und Hausfrauen 'Rahm' stets für 'Sauerrahm',
in Tirol, wo das Wort 'Obers' nie wirklich heimisch geworden war, ist 'Rahm' bereits stark von 'Sahne' verdrängt worden.

Andere lokale Begriffe sind 'Nidle' in der Schweiz, wo man sonst am 'Rahm' offiziell festhält,
'Schmant' vor allem im Westen der BRD,
'Flott' im NW der BRD.

Jedenfalls: Es gibt keinen Grund zu glauben, dass wir mit dem Rahm nicht mindestens genau so Recht haben, wie manche Deutsche mit ihrer Sahne!
'Rahm, Schlagrahm, Sauerrahm': österreichisch? Ja! - Austriazismen ?: Nein!

≡ Standard, 14.06.2016
Das Nomen "Sauerrahm" (m) ist gmd.


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.