präpotent

überheblich



Kommentare:


erinnert mich an Falco , ist ja wieder in aller Munde [ von zott am 2008-02-06 23:06:12 ]


mehr als man denkt [ von Molly am 2011-10-21 08:30:08 ]
Ja - in Deutschland gibt es mehr Autoren aus Österreich als man denkt. Aber könnte es nicht sein, dass speziell bei dem Wort präpotent derjenige, der es in einem Artikel verwendet - von einem österreichischen Kollegen so tituliert wurde und es mit Genuß weitergibt?

so zu sein wie MANN vermutlich nie sein wird [ von Molly am 2011-10-19 21:49:45 ]
Ich benutze den Begriff sehr gerne bei Menschen, die sich hoffnungslos selbst überschätzen.

DWDS: "präpotent (österreichisch) [ von Koschutnig am 2011-10-20 10:19:46 ]
Synonyme: großtuerisch, insolent, vermessen, überheblich, übertrieben selbstbewusst "
Duden:
1.[lateinisch praepotens (Genitiv: praepotentis)] (bildungssprachlich) übermächtig
2.(österreichisch abwertend) aufdringlich, frech, überheblich


In Österreich in der Alltagssprache sehr abwertend und nur für "überheblich", nie für "übermächtig" verwendet, in Deutschland hingegen nur noch selten zu finden("bildungssprachlich" meint DUDEN!).
Nur 3 lit. Beispiele in DWDS:
*Patrick Süskind: Aber er sollte seine Lehre bekommen, der präpotente Bursche! Zusammenputzen würde er ihn am Ende dieser lächerlichen Aufführung, (Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 106)
* Ricarda Huch: Ob sie sich nicht denken könnten, daß das Turnieren mit den präpotenten Domherren und einer geschwollenen Stadt mehr eine Tragödia als eine Komödia für einen Fürsten sei? (Der große Krieg in Deutschland, Leipzig: Insel-Verl. 1912/1914, S. 286)
*Victor Klemperer: Ich habe den Mann nur wenige Tage gekannt; für sein etwas präpotentes und selbstsicheres Wesen hat sich mir eine Geste eingeprägt. (Tagebuch 1943, S. 71)

In der Hamburger ZEIT indes scheint man das Wort offenbar zu lieben: DWDS bringt 93 Verwendungsbeispiele, allerdings ist nicht feststellbar, wieviele davon von österr. Mitarbeitern stammen.

...vllt.deshalb mit Genuss, [ von Koschutnig am 2011-10-21 13:48:46 ]
da der doch längst der Pubertät entwachsene dte. Kollege sich gewundert und daraufhin durch eifrige Recherche herausgefunden hatte, dass "präpotent" nicht, wie er angenommen hatte, das Gegenteil eines Wortes "postpotent" ist (?)

Das großartige "Dt.Wb" von Wahrig [ von Koschutnig am 2011-11-05 10:58:36 ]
definiert "präpotent" als "überlegen, übermächtig [< lat 'praepotens'sehr mächtig; zu 'potens' mächtig]
und versieht "präpotent" und "Präpotenz" mit † für "veraltet".
"veraltet für übermächtig, überheblich" sagte auch der DDR-Duden von 1979 und fügte hinzu: "österr. heute für 'überheblich'

Allerdings ist meine Wahrig-Ausgabe ©1968, und zumindest in der ZEIT haben "präpotent" und "Präpotenz" eine Wiederauferstehung erlebt - und zwar ganz in österr. Verwendung, gänzlich bildungssprachenfrei!
Und so liest sich der Wahrig-Eintrag ("Dte Rechtschreibung") online also jetzt so:
•prä|po|tent [lat.] 1. übermächtig; 2. österr.: überheblich http://www.wissen.de/wde/deutsches_woerterbuch/pr%E4potent
"Präpotenz" findet sich da nicht.


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