Larifari

Blödsinn, Unsinn



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Genauer: [ von klaser am 2008-12-07 00:04:43 ]
http://www.uni-graz.at/wortschaetze/abfragen/schatz.php?lemma=Larifari&alpha=l&bereich=musik: Larifari: etwas ist Larifari Umschreibung: 1.) etwas ist leeres Gerede (meist auch in der Absicht, jemandem etwas vorzumachen) [Rö]; im gemeinen Leben, ein unbedeutendes Geschwätz, welches zur Sache nichts beyträgt [Ad, S. 32822]; törichtes Gerede [Kü, S. 16469] 2.) Dialektal: Das is a blosses Larifari. - Idiot. Austr.: Eine leere Sache, ein nichtiges Vorgeben [Wa, S. 27320] 3.) 'Larifari!' als Interjektion: zurückweisung eines leeren geredes [Gr] Historische Analyse: Zur Herkunft dieses Wortes gibt es vier verschiedene Erklärungen, wobei nur die zweite einen Bezug zur Musik herstellt. 1.) Lautmalenden Wortbildungen sind im Bereich des Spielerisch-Sinnlosen durchaus geläufig (vgl. Lirum-larum, Brimborium, Klimbim, Papperlapapp, Schlendrian usw.). Das wort selbst müssen wir als eines sinnes entbehrend ansehen, wie ähnliche gebilde nur schallnachahmungen sind, vgl. charivari [Gr]. 2.) Wahrscheinlicher ist aber die Herkunft aus der musikalischen Technik. In der italienischen Solmisation sind la-re-fa Tonbezeichnungen. Trällernde Gesangstöne werden in alten Volksliedaufzeichnungen mit lori fa angedeutet, eine Messe im 15. Jahrhundert mit La re fa re. Hier ist schon die Form erreicht, die in Wien 1719 als »leeres Geschwätz« fest geworden erscheint [Rö]. So dürfen wir auch larifari als etwas gleiches, als blosze trällersilben in liedern, wol zunächst französischen, ansehen, wobei höchstens die anlehnung an die alte solmisation, an la, fa und re in frage kommt [Gr]. Namentlich auch seit dieser zeit [18. Jahrhundert, Anm.] in substantiver verwendung, wie dummes zeug, unsinn [Gr]. 3.) Stammt entweder aus den italienischen Tonbezeichnungen »la re fa« (= heitere Tonfolge ADF) oder aus niederländisch »larie = Unsinn« mit reimendem Anhängsel [Kü, S. 16469]. 4.) Die letzte Hälfte ist wohl das Lateinische fari, die erste scheinet mit dem veralteten lören und dem folgenden Lärm verwandt zu seyn [Ad, S. 32822]. Entstehungszeit: Beginn 18. Jahrhundert [Rö]; seit dem 17. Jahrhundert [Kü, S. 16469] - Gebräuchlichkeit: kein Eintrag - Faux Amis: Möglich wäre auch eine Herkunft aus niederländisch »larie = Unsinn« mit reimendem Anhängsel (siehe Bedeutungsanalyse 2) oder eine Zusammensetzung aus 'lören' und lateinisch 'fari', wie Adelung vermutet (siehe Bedeutungsanalyse 2). Vielleicht handelt es sich aber auch um völlig sinnlose Silben, die weder zur Musik noch zu einem anderen Sachbereich einen Bezug haben und ähnlich lautmalend sind wie 'Papperlapapp' (siehe Bedeutungsanalyse 1), welches anstelle von 'Larifari' als Interjektion verwendet werden kann (Bedeutungsumschreibung 3).


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