Österreichisches Wörterbuch

Palatschinke , die

Pfannkuchen


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 06.12.2002

Bekanntheit: 90%

Beurteilung: 85 | 1

Kommentar am 20.04.2007
"dünner" Pfannkuchen wäre treffender.

Kommentar am 24.09.2007
hää ? ist das nicht ein dessert der tschechen ?! *oberlecker*

Vorschlag am 25.09.2007
@Elli: Der Name Palatschinke kommt ursprünglich aus dem Rumänischen und wurde dort abgeleitet vom lateinischen Placenta für Kuchen und dann über das Ungarische (Palacsinta) in große Teile Mitteleuropas weiterentlehnt (Österreich, Tschechien, Slowenien, Kroatien etc.). Palatschinken sind dünner und feiner als der übliche Pfannkuchen und werden in Österreich, Ungarn und im Balkanraum sowohl herzhaft als auch süß gefüllt gegessen. Das reicht von Topfen (Quark), Marmelade, Nüssen, Kokos, Eis, Schokolade über Gemüse wie Spinat bis Fleisch (Hackfleisch). [de.wikipedia.org/wiki/Eierkuchen]

Kommentar am 25.09.2007
Siehe auch: Omeletten

Kommentar am 14.12.2007
Auch so was gibt's! Das Wort ist bei uns in Bayern in den letzten Jahren fast so was wie ein "Lehnwort aus Österreich" geworden! Und es steht immer für "besonders feine Pfannkuchen"!

Kommentar am 05.08.2008
Nachtrag: Das rumänische ´Original´:
plăcintă bedeutet Fladen, und
plăcintă cu brânză soviel wie Topfenkolatsche.

Kommentar am 05.08.2008
Ergänzungen zu den Ergänzungen Das meiste Wichtige ist ohnehin schon gesagt. Aber evtl. noch zum Dualismus Omelette/Palatschinke: Meine Großeltern haben noch häufig zu dem, worum es hier geht, auch "Omlettn" (sowohl Ein- als auch Mehrzahl) gesagt, manchmal auch zu einer Marmeladepalatschinke im Spaß "Omladn". Palatschinke war aber immer das "einheimischere" von beiden Wörtern. Gut möglich, dass man es in den westlicheren Bundesländern (wo weniger Kontakt zu den übrigen Erbmonarchieländern bestand) nicht so kennt.

Als heutigen (mMn bundesweit üblichen) Standard würde ich sehen:
Palatschinke: Gerollter Pfannkuchen mit süßer Fülle. Crêpe: Dasselbe, nur mit pikanter Fülle. Omelette: Eine Eierspeise. Masse für den Fladen ohne Mehl, nur reines Ei aber im Gegensatz zur Eierspeis(e) )(für Deutsche: Rührei) durchgebraten und meist auch dicker. Wie diese nicht eingerollt, sondern flach serviert. In die Eimasse sind Zutaten wie Schinken oder Käse eingearbeitet. Meist sagt man in Österreich: das Omlett.

Meine Vermutung, wie der plăcintă ein zusätzliches a hineingerutscht ist: Im Ungarischen (wie auch im Finnischen) gibt es außer Fremd- und wenigen Lehnwörtern keine Wörter mit mehr als einem Konsonanten am Beginn. Werden Wörter aus anderen Sprachen übernommen, wird in den "Konsonantenhaufen" am Beginn ein Vokal vor oder nach dem ersten Buchstaben eingefügt. Vermutlich deshalb wurde daraus 'palacsinta' und wir haben es übernommen. Warum '-tschinke' und nicht '-tschinte', ist mir unbekannt. Vielleicht über das Slawische, wo ja öfter als bei uns Verkleinerungsformen gebildet werden, also vielleicht palačintka - palačinka - Palatschinke? Was sagt die Fachliteratur?

Kommentar am 05.08.2008
@Elli: definitiv nicht tschechisch. Die böhmische Spezialität, die unserer Palatschinke am nächsten kommt, ist die Liwanze (tschechisch 'livánce', meist im gleich lautenden Plural verwendet, weil man selten ein Stück allein serviert bekommt. Die Zutaten zur Teigmasse sind etwa dieselben. Aber der fertig gebackene, kreisrunde Teig wird nicht gerollt, sondern zweimal gefaltet, sodass ein Viertelkreis entsteht. Die Füllung kann verschieden sein: geriebene Nüsse, Marmelade, alles was süß und lecker ist ...

Herkunft am 21.02.2018
<ungar.> palacsinta von <lat.> placenta : Kuchen

Kommentar am 21.02.2018
Palatschinken werden sowohl herzhaft als auch süß gefüllt gegessen. Die Füllung reicht dabei von Topfen (Quark), Marmelade, Nüssen, Kokos, Eis, Schokolade über Gemüse wie Spinat bis zu Fleisch (Hackfleisch).

Beispiel am 21.02.2018
Äthiopier tunken Palatschinken ähnliche Fladen in Dals und Gemüse-Gerichte: Injera heißt das. [PR, 25.08.2017]

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Palatschinke






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Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
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