Österreichisches Wörterbuch

Odel

Jauche, Sudel, Gülle


Art des Eintrages: Substantiv
Kategorie: Arbeitswelt, Natur

Kommentar am 21.06.2009
Wo sagt man das? Klingt griffig, ist mir aber leider unbekannt.

Kommentar am 21.06.2009
@klaser schau mal unter [http://oewb.retti.info/(Datenbank] zur deutschen Sprache in Österreich) und gib "Adel" ein. Klicke daraufhin "Adel_der Jauche" an. Dann findest Du auch "Odel". Dieses Wort und auch "Odelgruam" las ich kürzlich in einem österreichischen Text (genaue Herkunft ist mir leider unbekannt). Trotzdem Dank für die Frage, sie brachte mich darauf, weiter zu suchen.

Kommentar am 22.06.2009
s.a. "adeln" adeln "auf einem Feld Dung ausbringen" Wikipedia: Unter "Adel (Begriffsklärung)" - "Siehe auch: Odel" "Odel" bezeichnet einen regionalen Ausdruck für Wirtschaftsdünger aus Urin und Kot, siehe Gülle Als Synonym für Gülle war unter "Adel (Begriffsklärung" und dort unter "Siehe auch": "Odel" in WP von einem Braunschweiger Matt1971 , der 10mal Österreich besucht hat, im Dez. 1975 mit 'REDIRECT' eingetragen worden. Auf den Seiten 16/17 im Wörterbuch von Mittelfranken (v.Gunther Schunk, Würzburg 2000) aber ist eine Verteilungskarte für die Wörter für Jauche - und da findet sich "Odel" als Hauptbegriff bis weit über Nürnberg hinaus. [http://tinyurl.com/74fytv5]

Kommentar am 19.05.2011
Adel Odel oder Odl?

Kommentar am 11.02.2012
Ich kenne "Odl" seit meiner Kindheit aus Oberösterreich und dem westlichen Niederösterreich.

Kommentar am 11.02.2012
Was bisher geschah - in chronologischer Folge: Odl, odeln, Odlgruarbm, Odl fiarn, Odlfassl, Adl, Odl, adeln, Odelgruam Adelung (nicht Düngung, sondern Johann Christoph ) 1828:

2. Der Adel, Oberd. für Gülle, Jauche, s. Atel […] Der Atel, des -s, ohne Plur. Oberd., das unreine Wasser aus der Schwindgrube. Angels. 'ate', Urin; Isländ. 'at', unrein. Man hört und schreibt auch Adel und Odel, (Athem, Odem und Othem.)
Ludwig Aurbacher, Kleines Wörterbuch der deutschen Sprache nach Joh. Christ. Adelung's größerem Wörterbuche mit besonderer Rücksicht auf die oberdeutsche Mundart(1828):http://tinyurl.com/heqnr35


Kommentar am 24.07.2016
Historisch richtige Schreibung "Adel" (kein o, sondern å!), wenn auch "Odel" verbreitet ist (so in Zehetners Bairischem Wörterbuch). Das Wort ist gemeinbairisch und auch in anderen Regionen verbreitet. Es ist lt. Kluge oberdeutsch, auch im Grimm'schen Wörterbuch enthalten, als "Kot, Schlamm, Schmutz" und mit Bezug auf Schmellers Bayerisches Wörterbuch auch "Jauche" . Ich kenne das Wort aus Oberösterreich, laut Wörterbuch der Bairischen Mundarten Österreichs (geschrieben Atel) sei es mittel- und nordbairisch, kommt aber auch in Kärnten vor, aber in Tirol und in den Sprachinseln nicht.

Kommentar am 24.07.2016
kein speziell österr. Wort; Adel in Grimms Wörterbuch mit (alt)-deutschen, -schottischen, -schwedischen ......Belegen; Odel ist bei Duden die bayrische Form von Adel. Adel = Mistjauche (bei Duden): Gemisch von Urin und Exkrementen = Gülle Jauche: nur Urin (auch ohne diesen: Brennesseljauche)

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.







Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.