Österreichisches Wörterbuch

mit Schlag

mit Schlagsahne


Art des Eintrag: Wendung

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 01.07.2007

Bekanntheit: 92%

Beurteilung: 19 | 0

Kommentar am 01.07.2007
Nur in diesser Redewendung!!! Sonst kann man zu Schlagobers NICHT einfach "Schlag" sagen. Beispiele: "Bitte eine Sachertorte (ein gemischtes Eis, einen Mohr im Hemd) mit Schlag" (wobei ich hier die Grammatik bewusst österreichisch und nicht standard-schriftsprachlich gehalten habe). - *** Für Spitzfindige und Besorgte "Kaffee mit Schlag" heißt also nicht, dass die Espressomaschine einen elektrischen Defekt hat.

Kommentar am 20.08.2007
Slapstick Lieber JoDo, danke für den Hinweis. Dass diese Wortspielerei schon öfters für komische Filmszenen hergehalten hat, wusste ich tatsächlich nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass die sehr lustig gewesen sein müssen. Vermutlich kommen sie oft in Antel- und ähnlichen Filmen vor, in denen deutsche Touristen mit österreichischen Kaffeemaschinen konfrontiert sind :-)

Kommentar am 20.08.2007
Ach, wie war denn das ... Ungefähr so: Ossy Kollmann als Kellner serviert einen Kaffee und haut dem Gast eine runter ...

Kommentar am 08.11.2007
auch hierfür würde ich einen Daumen *opfern*

Kommentar am 07.05.2009
ad "Nur in deser Redewendung" Also es geht schon auch, dass man im Geschäft mal nachfragt "Hobt's ihr kan Schlog mehr?" oder "Einen Bescher Schlag, bitte!" verlangt.

Kommentar am 20.03.2015
ich würde als Übersetzung "Rahm" wählen (mhd. roum statt nl. sane)

Kommentar am 20.03.2015
Im Wiener Raum absolut üblich; Übersetzung stimmt auch, schon in Ö wäre von Ost nach West Schlagobers bis Schlagrahm korrekt.

Kommentar am 23.03.2015
Hat man in Österreich schon immer Schlag"sahne" verwendet? Ich das Wort erst mit dem Ansteigen des deutschen Tourismus kennengelernt. Obers kommt wahrscheinlich von der Beobachtung, daß in der unpasteurisierten Milch das Fett oben schwimmt und als Obers abgeschöpft und geschlagen werden kann. Wenn jemand neudeutsch abcasht, so sagte man früher "abrahmen" dazu.

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mit Schlag






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.