Österreichisches Wörterbuch

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a : 1. auch 2. ein, eine, einer

a Bangl reissn : Sterben

a Brade : Ohrfeige

a Brate : Ohrfeige, schmerzhaft

a brennta Hund : Filou, Schlitzohr

a Brezn reißn : stürzen

a brunza : Einer der immer Glück hat

a etla : etliche, einige

a fads Aug : Langeweile

a gmahte Wiesn : Entscheidung, die scheinbar feststeht; eine einfache Angelegenheit

A Hirn wie ein Nudelsieb : Jemand der sich nichts merken kann

a Hüsn zwickn : ein Bier trinken

a kamota Zecka : ein kommoder mensch

A Kranzl Extra : Ein Ring Lyoner

a Laberl werd’n : sich sehr freuen, freudig erregt sein

a Massa : viel

a mearas : sehr viele.

a Moach ham : sehr kräftig sein

a Neichtl : eine kurze Zeit

a O`gschleckta : Jemand der etwas "abgeschleckt" aussieht.

a Schäuferl drauflegen : eine Schippe nachlegen

a Schnoadan : eine sehr gesprächige Frau

a Spuckerl entfernt : ganz in der nähe, nicht weit entfernt

a Strich in der Landschaft : ein extrem dünner Mensch

a Wäu wos : eine ansehnliche Menge

a wöd Füm : ein toller Film

a Wuchtl druckn : die Unwahrheit sagen, meistens humorvoll verpackt

a) bittdigoaschee, b) bittgoarschee ! : a) bitte, b) also bitte !

Aahn : Egge (bäuerliches Gerät)

ab und zu : ab und an

abbankeln : sterben

abbeindln : von der Welt verabschieden (Selbstmord)

abbeißen : deutlich unterliegen

abberaumen (Tagsatzung) : absagen (Gerichtstermin)

abbeuteln : 1. abschütteln 2. sich ekeln

abblatteln : abblättern

Abbrandler , der: Geschädigter eines Brandes

abbrausen : abduschen

abbrocken : abpflücken

abbröseln, bröseln (intransitiv) : abbröckeln

abbusseln : abküssen

abchristeln : abschwingen beim Schifahren

abeisen : enteisen, abtauen

Abendkassa , die: Abendkasse

aber geh ! : nein, stimmt nicht

Abfertigung , die, -, -en: Abfindung

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.