Österreichisches Wörterbuch

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Säckel : Hosentasche

Sackl , das: Sakko

Sacktüchel , das: Taschentuch

Saf : Seife

Safaladi , die: (Zervelat-) Wurst

Saft , der, -es, Säfte: Sosse, Sauce auch gut passend: Bratensoße, Gulaschsaft

Sägescharten : Sägespäne

sakrisch : besonders, riesig, wahnsinnig, sehr

Salzamt , das, -es, -er: fiktive Behörde, die für Beschwerden zuständig ist, für die sonst keiner zuständig ist

Sandkiste , die: Sandkasten

Sandler , der: Penner, Clochard

sauber : exzellent, fabelhaft

sa͟udeppert : Steigerungsform von deppert; sehr dumm, dämlich

Sauerrahm , der: saure Sahne

Sa͟ufarl , das: urspr. Ferkel, heute Schimpfwort für schlampige Menschen

Sa͟uschädel , der: Schweinekopf

Schạ̈delweh , das: Kopfschmerzen

Schafblattern , die: Windpocken

Schaffel , das: großer Behälter

Schankwein , der: Schoppenwein

scharwenzeln : schmeichelnd umwerben

Scha̲s, Scha̲ß , der: 1. Darmwind, Furz 2. Unsinn, Blödsinn * Scha̲s mit Quạstln: kompletter Unsinn

scha̲saugert : sehschwach

Scha̲saugerter : Brillenträger; schlecht Sehender

scha̲sfreundlich : übertrieben oder unerwartet freundlich, oft in Verbindung mit Falschheit

Scha̲spartie , die: enttäuschende Angelegenheit; verächtlicher Ausdruck für eine Gruppe von Leuten

Scha̲strommel , die: 1. Rhytmusinstrument 2. alte Frau

scheangeln : schielen

Scheibtruhe , die: Schubkarren

Scher , der: Maulwurf

scheren : kratzen, schieben, schürfen, graben

Scherm , der: 1. Scherbe 2. Nachttopf

Scherzel , das: Brotanschnitt, Brotrest

Schẹrzel, Schẹrzl , das: 1. (Brot)anschnitt; erstes und letztes Stück vom Brot/Leberkäse/... 2. (Verkleinerungsform) Scherz

Scherzkübel , der: Scherzkeks

Schi͟ach , der: Schrecken; Angst

schi͟ach, schi͟ech : 1. verzagt, Angst machend 2. häßlich 3. zornig 4. unfreundlich, böse

Schi͟achpercht , die: 1. besonders hässliche Person 2. eine hässliche Gestalt mit furchterregender Maske bei den Perchtenläufen

ß sprich scharfes s : ß sprich sz

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.