Österreichisches Wörterbuch

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Kaffe͟e , der: Kaffee wird auf der letzten Silbe lang betont - im Gegensatz zur typisch deutschen Betonung KAffee

Kaffe͟ehäferl , das: Kaffeetasse

Kaffe͟ehaus , das: Cafe

Kaffe͟eobers , das: Kaffeesahne

Kaffe͟esieder , der: Kaffeehausbesitzer

Kaffe͟esud , der: Kaffeesatz * Kaffe͟esudleser: jmd. der spekuliert oder auch scherzhaft für Wahrsager * Kaffe͟esudleserei: Vorhersage oder Deutung der Zukunft mittels Kaffeesatz

Kaffe͟etscherl , das: Kaffee (umgs.)

Kaisersemmel , die: Brötchen mit 5 bogenförmigen Einschnitten * krachen wie eine Kaisersemmel: fast pleite sein

Kalafati , der: Große Figur im Wiener Prater

Kalbsbeuschel , das: Kalbslunge (Fleischspeise)

Kamintaube , die: aufgetakelte ältere Dame

Karenz , die: Elternzeit

Karfio̲l , der: Blumenkohl * Karfio̲lauflauf: Blumenkohlauflauf * Karfio̲llaibchen: Blumenkohlbulette, Blumenkohlfrikadelle * Karfio̲lsalat: Blumernkohlsalat * Karfio̲lsuppe: Blumenkohlsuppe

karniefeln : ärgern, quälen

Kä̲sekrainer , die: leicht geräucherte Brühwurst mit kleinen Käsewürfeln

Kassier , der: Kassierer

Kasten , der: Schrank

Kaszettl : Schmierzettel

Katzelmacher, der , der: Italiener

Keibl , das: Kalb

keinen Haxen ausreissen : sich nicht sehr bemühen

keinen Meter haben : keine Chance haben

keppeln : plaudern, auch schimpfen

Keppeltasche , die: jmd. der viel redet

Kernöl , das: dunkles Salatöl aus Kürbiskernen

Kẹrzelweib , das, -es, -er: Betschwester

Keusche , die: 1. kleines Bauernhaus 2. baufälliges Haus

Keuschler , der: Kleinhäusler, Kleinbauer

Keuschlerin : Kleinbäuerin, Kleinhäuslerin

kiarn : schrilles schreien

Kieberei , die: Polizei, Gendarmerie

Kieberer , der: Polizeibeamter, Gendarm

kiefeln : abnagen

Kinderverzahrer : jmd. der Kinder verschleppt und [sexuell] missbraucht

Kinettn , die: Baugrube

Kipferl , das: Hörnchen

Kirschparadeiser, der (die) : Cocktailtomate

Kiste , die: Kasten

Kittel , der: 1. (Arbeits)mantel 2. Rock

Klacheln : 1. gespaltene, zerteilte Schweinsfüße 2. (klappernde) Schuhe

Klachelsuppe , die: Suppe aus Schweinefüßen

Klammerlmaschine , die: Tacker

Klammermaschine , die: Tacker

Klampfe , die: Gitarre

klauben : pflücken, sammeln

Klebeln : Finger

Kleiderhaken , der: Kleiderbügel

klẹschen : donnern, krachen

Klẹschen , die: 1. Möse; weibliches Geschlechtsteil 2. Ohrfeige

Klẹscher , der: Knall, meistens durch einen Zusammenstoß

Kletze , die: getrocknete Birne; Dörrbirne

kletzeln : mit den Fingernägeln herumkratzen

kliaben : (Holz) spalten

Klobasse , die: grobe, gewürzte Wurst; ähnlich der Bockwurst

Klomuschel , die: WC-Schale, Klosettschüssel

Klopfer , der: Dachschaden

Klosterneuburger Mostwaage (KMW) , die: Die Mostwaage gibt den im Traubenmost enthaltenen Zucker in Gewichtsprozenten an.

Klubobmann, -frau : Fraktionsvorsitzende(r)

Klumpert , das: Krimskams, unnützes Zeug

Klụppe, Klụpperl , die: Wäscheklammer

kneißen : kapieren, verstehen, durchschauen

Knödel , der: Kloß

Kno̲fel , der: Knoblauch * Kno̲felsuppe: Knoblauchsuppe

kno̲feln : nach Knoblauch riechen

Kno̲felspinat , der: Bärlauch

knotzen : hocken, lümmeln, kauern

Kolbenreiber , der: Kolbenfresser

kommod : bequem

Konsulẹnt , der, -en, -en: Konsultant

Konvikt , das: Schülerheim, Internat

Kọ̈pfler , der: 1. Kopfsprung 2. Kopfball

Körberlgeld , das, -[e]s, -er: zusätzlich, nebenbei verdientes Geld

Körndlbauer , der: Landwirt, der mehr Ackerbau als Viehzucht betreibt

Kracherl , das: (Orangen)Limonade

Kramuri , die: Krimskrams, Kram, Gerümpel

Krapfen , der: Berliner, Pfannkuchen

Kraut , das: Weißkohl

Krautfleckerl : trad. Teigwarengericht Österreich

krawụtisch : wütend, ungehalten, zornig

Kraxe , die: 1. Holzgestell zum Tragen von Lasten 2. altes Auto






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.