Österreichisches Wörterbuch

Anzahl:100

Fạck , der: Schwein

fade Nocke : langweiliger Zeitgenosse

fader Zipf : langweiliger Mensch

Fadesse , die: Langeweile

fadisieren : langweilen

Falott , der, -en, -en: Kleinkrimineller, Gauner

färbig : farbig

Farl : Ferkel

Fasche , die: elastische Binde

faschi͟eren : 1. durch den Fleischwolf drehen * faschi͟erter Braten: Hackbraten oder auch falscher Hase 2. jmd. vermöbeln, verhauen, durch den Fleischwolf drehen

Faschi͟ermaschine , die: Fleischwolf

Faschi͟erte , das: Hackfleisch, Gehacktes * faschi͟ertes La͟ibchen: Bulette, Frikadelle

Fatsche , die: siehe Fasche

fäulen : stinken, stänkern, auf die Nerven gehen

Fauteuil , das: Polstersessel

Favoriten : 10. Bezirk in Wien

Feber , der: Februar

Fe͟itel , der: Klappmesser

Feldstecher , der: Fernglas

Fensterbankl , das: Fensterbrett

Fensterschwitz , der: 1. abgestandenes Dünnbier 2. schwacher Kaffee

Fensterstock , der, -(e)s, ...stöcke: Fensterrahmen

fesch : hübsch

Feschak , der: Schönling

fẹtt : betrunken * fett wie die russische Erde: sturzbetrunken * fett wie ein Radierer: sturzbetrunken * fett wie eine Tschick: sturzbetrunken

Fẹtten , die: 1. Berauschung; Trunkenheit 2. Glück, Massel 3. Drall; Effet

Fetzen , der: 1. Lappen 2. Rausch

Fetzenkammer, die : Bekleidungskammer beim Bundesheer

Fetzenmarkt , der: Trödlermarkt

Fẹtzenschädel , der: Dummkopf, Idiot

Feuchtblattern , die: Windpocken

Fiạkergulasch , das: Gulasch, garniert mit Spiegelei, Fächeressiggurkerl und gebratenem Frankfurter Würstel

Fiạkerkaffee , der: Schwarzer Kaffee im Wasserglas mit einem Schuß Rum

Fieberblase , die: Herpes

Fiebermesser , der: Fieberthermometer

Fịlzjanker , der: Filzjacke

Filzstift : Faserstift

finanzmarod : klamm, knapp bei Kasse

Firmgö̲d , der, -s,-en, -en: Firmpate

Fiso̲le , die: grüne Bohne * Fiso̲lengulasch: Brechbohnengulasch, Grüne-Bohnen-Topf * Fiso̲lensalat: (grüner) Bohnensalat

Fisolen , die: grüne Bohnen

Flachse , die: Sehne

flachsig : sehnig, zäh

Fladerer , der: Dieb

fla̲dern : klauen; stehlen

flauchen : stehlen

Flẹck , der: 1. Note nicht genügend, schlechteste Note in Österreich 2. tausend (Schilling, Euro) 3. Blättermagen der Kuh, wird für die Flecksuppe oder panierte Fleck verwendet 4. Brieftasche (z.B. von Kellnern, Taxifahrern, ...) 5. flaches Süßgebäck (Blechkuchen) in unterschiedlichen Varianten, z.B. Osterfleck, Zwetschkenfleck, Marillenfleck

Fleckerl , das: quadratische Nudelform, oft verwendet bei Krautfleckerln oder Wurstfleckerln

Fleckerlteppich , der: Fläche aus unterschiedlichen Materialien, sowohl für Heimtextilien wie auch für unterschiedliche Straßenbeläge verwendet

Fleischhauer , der: Metzger

Fle͟ischkas, Fle͟ischkäse , der: Leberkäse

Fle͟ischlaibchen, Fle͟ischlaberl , das: Frikadelle

Fleischmaschine , die: Fleischwolf

Fli͟egenkleschen , die: Fliegenklatsche

Fli͟egenpracker , der: Fliegenklatsche

Flinserl , das: kleiner Ohrstecker

Flitscherl , das: leichtlebige Frau

Fluchtachterl , das: letztes Glas Wein vor dem Aufbruch

Flügerl , das: Getränk aus Red Bull und Vodka

Flugrettung, die : Kf. für Flugrettungshubschrauber, Notarzthubschrauber

Flugzettelverteilung , die: Verteilung von Flugblättern

flutschen : funktionieren

Fogosch , der: Zander

Folgetonhorn, das : Martinshorn, das

Folienerdapfel : Folienkartoffel

foppen : jemanden zum Besten halten

Fotz , der: Mund

Fọtz ziehen : beleidigt dreinschauen; Bsp: Ziag net so an Fotz.

Fotze , die: 1. Ohrfeige 2. Mund

fotzen : schlagen, eine Ohrfeige geben

Fotzenhobel , der: Mundharmonika

Fọtzhobel , der: Mundharmonika

Fraisen, Freisen : Krämpfe

Frạnkfurter (Würstel) , das: Wiener Würstchen

fransen :

frạtscheln : intensiv ausfragen

Fratz , der: schlimmes oder ungezogenes Kind

Frauenkäfer , der: Marienkäfer

Frauerl , das: Hundebesitzerin

Fridatte , die: Pfannkuchenstreifen, Suppeneinlage

Friedhofsjodler : Husten

Fri̲ssling , der: jmd. der sehr viel isst






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.