Österreichisches Wörterbuch

Anzahl:100

Gabelroller , der: Rollmops

gach : 1. schnell 2. kurz (zeitlich)

Gachen , der: Zorn

gachzornig : jähzornig

Galanterie , die: Liebenswürdigkeit

Gänsehäufl , das: beliebtes Freibad in Wien

Ganserl , das: junges, unbeschwertes Mädchen

Garçonnière , die: Einzimmerwohnung

Gạtsch , der: Matsch; aufgeweichte, breiige Masse * Griff in Gatsch: Griff ins Klo; Fehlschlag; Misserfolg

Gạtschen , die: tratschsüchtiger Mensch; Petzer

gạtschert : breiig

Gạtschhupfer , der: Geländemotorrad

gạtschig : matschig, schlammig, aufgeweicht

Gạtschwelle , die: Elvis-Tolle (Frisur); Schmachtlocke

Gaudi , die: Spaß, Vergnügen

Gebäck , das: Backwaren

Gefrẹtt , das: 1. Malheur, Missgeschick 2. Ärger; Mühe

Gehschule , die: Laufstall

geil : üppig

Geimpfte :

Ge͟iß , die, -, -en: Ziege; weibl. Tier bei Gemsen

Geldbörse , die: Portmonee, Geldtasche

Gelse , die: Stechmücke

Gelsendippel , der: Mückeneinstich

Gemeindebezirk (Wiener) : Stadtbezirk

Gendarmerie , die: Landpolizei

Genickwatsche , die: Genickschlag

Genụssspecht , der: Genießer

Gera͟unze , das: Gejammer

Germ , der: Hefe, Backhefe

Gẹrmstriezel , der: Hefezopf

Germteig , der: Hefeteig

Gerüster : Gerüstbauer

gescheit, gscheit : 1. klug 2. Steigerungsform

Geschịchte , die: Angelegenheit, Ereignis

Geschirrhangerl , das, -s, -(n): Geschirrtuch

geschmackig : geschmackvoll

Geschworne , der: Geschworene

Geselchtes , das: Geräuchertes

gesundstessen, sich : bereichern, sich

Gewand , das, -[e]s, -er: Kleidung

Gewurl , das: Durcheinander, Gedränge

Gfrast , das: 1. heimtückischer Mensch 2. nerviges Kind 3. etwas das nicht funktioniert

Gfrẹtt , das: Ärger, Mühe

gịften : ärgern

Gigerer , der: 1. Pferdefleischhauer 2. Pferd

Gigl und Gogl : Hinz und Kunz; jeder; jedermann

Gitsch , die: unverheiratete Frau

Gitschen : Mädchen

Gịzzi , der: Zorn

Glassturz , der, -es, ...stürze: Glasglocke

gleichschauen : ähnlich aussehen

Glumpert , das: Unrat; unnütze Dinge

gluren : starr blicken

Gluren , die: Augen

gnädig hom : es eilig haben

gneißen : verstehen, kapieren

Gö̲d , der: Pate

Go̲den : Patin

Go̲denkind , das, -es, -er: Patenkind

Goder , der: Doppelkinn

Goderl , das: Leichtes Doppelkinn

goderlkratzen : schmeicheln

gọderln : schmeicheln

Go̲dl : Patin

Gogerln , die: Hoden

Goschen , die: Fresse

Goscherl , das: Mund; Mäulchen

goschert : vorlaut

Gọ̈ssermuskel , der: Bierbauch

Graffel , das: Gerümpel

Grammeln : Speckgrieben

Grammelschmalz , das: Griebenschmalz; auch als Brotaufstrich beliebt

Grantscherben , der: ewig schlecht gelaunter Mensch

Grantscherm , der: schlecht gelaunter Mensch

Grätzel , das: Teil eines Wohnbezirkes, Häuserblockes

grauslich : grausig, grauenvoll, ekelig, abstossend, furchteinflössend, fürchterlich

grawutisch : wütend, fuchtig

Gred , das: gemauert Umfriedung eines Hauses

Greißler , der: Krämer

Grenadi͟ermarsch , der: ein Gericht, meist zur Resteverwertung, aus Kartoffeln, Fleisch und Teigwaren

Grenzgendarmerie, die : Bundesgrenzschutz, der

griawig : nett, lieb, lustig

Grieskoch , das: Griesbrei

Gri͟eßkoch , das: Grießbrei

Grießnockerlsuppe , die: Grießklöschensuppe

grindig : 1. minderwertig 2. schmutzig; dreckig 3. ekelhaft, unangenehm, hässlich

Groschen , der: historische österreichische Währung

großgoschert : angeberisch






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.