Österreichisches Wörterbuch

Fleckerlteppich , der

Fläche aus unterschiedlichen Materialien, sowohl für Heimtextilien wie auch für unterschiedliche Straßenbeläge verwendet


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Humorige Bezeichnungen

Erstellt am: 31.08.2007

Bekanntheit: 93.75%

Beurteilung: 20 | 0

Kommentar am 01.09.2007
@ernie: Vorschlag Mach aus: "Fläche aus unterschiedlichen Materialien, sowohl für Heimtextilien wie auch für unterschiedliche Straßenbeläge verwendet" einen Kommentar und schreib als Übersetzung: Flickenteppich, Flickwerk (im übertragenen Sinn)
oder so ähnlich

Kommentar am 04.09.2013
JoDos Übersetzungsvorschlag blieb leider ungehört bzw. -gelesen, in D heißt es Flickenteppich!

Kommentar am 13.07.2016
Der Begriff "Fleckerlteppich" (m) ist österreichisches Standarddeutsch für einen aus alten Stoffstreifen geflochtenen bzw. gewobenen Teppich. Aussprache: [flɛkɛʁlˈtɛpɪç]. Standard in ch und de: der Flickenteppich (VWB S. 250) .

Kommentar am 13.07.2016
[youtube:dAdgyIv5v2Q::Video::]

Kommentar am 06.06.2017
Allerdings wird der "Fleckerlteppich" auch sehr gern auf politische Landkartendarstellungen - bes. solche des deutschen Reichsgebietes - übertragen und dies keineswegs nur von Österreichern :

Ich erinnere nur an den großen Umgestaltungsprozeß, den der Reichsdeputationshauptschlus von 1803 noch zu Ende des alten Reiches einleitete, ... den Zusammenschluß der thüringischen Staaten 1920 und schließlich an das Verschwinden der letzten Kleinstaaten wie Lippe-Detmold nach 1945. Auch wenn die deutsche Landkarte auf diese Weise allmählich ihren Fleckerlteppich-Charakter verlor, besitzt sie doch auch heute noch Züge, die deutlich in die Vergangenheit zurückweisen
Adolf M. Birke, Hermann Wentker (hg.), Föderalismus im deutsch-britischen Meinungsstreit (1993):http://tinyurl.com/y7yu7vvk
Daß dieses europäische Dreiländereck verkehrsstrategisch im Abseits liegen mußte, kann nur ein Blick auf den Fleckerlteppich der politischen Landkarte erklären: Müllheim gehört zu Baden-Durlach, das nahe Neuenburg als Brücke ins Elsaß
Henric L. Wuermeling, Bürgerlich! Ein Familienalbum (2014):http://tinyurl.com/y9wh4yze
Ein Jahrtausend lang, bis ins 19. Jh., war die Rhön ein wahrer territorialer Fleckerlteppich, erst die Neuverteilung des Landes im Zuge der Säkularisation beendete die kirchliche Herrschaft. Die Rhön ging an das neue Kurfürstentum Hessen und an das Königtum Bayern, in der Thrüringischen Rhön blieb der Fleckerlteppich noch bis 1920 bestehen, als die Einzelstaaten zum Land Thüringen zusammengeschlossen wurden
Karin Lorenzato, Rhön, ADAC (2008):http://tinyurl.com/ycgmu726


Kommentar am 29.04.2018
So bairisch-österreichisch für "Flickenteppich" (sollte daher so auch bei der Worterklärung an ERSTER Stelle stehen!) "Kategorien" so: besondere Art von Teppich; auch als humorige Bezeichnung für unübersichtliche Flächen, Verkehrswege und Landkarten.

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Fleckerlteppich






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.