Österreichisches Wörterbuch

Nagerl , das

Nelke


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Natur, Veraltet, Historisch

Erstellt am: 12.12.2007

Bekanntheit: 47%

Beurteilung: 6 | 0

Kommentar am 12.12.2007
diese noch von meiner Großmutter verwendete Bezeichnung für die Nelke (Blume) wird man heute kaum mehr zu hören bekommen - außer man ergötzt sich an "Nagerl und Handschuh oder Die Schicksale der Familie Maxenpfutsch", Johann Nestroys Version des Märchens "Aschenbrödel" www.nestroy.at/nestroy-stuecke/11_nagerl/11tit.html - 7k

Kommentar am 12.12.2007
ich glaube mich erinnern zu können dass alte Leute das so sagten, wahrscheinlich auch in Ableitung vom Gwürznagerl.. das ja auch eine Nelke ist

Kommentar am 07.09.2009
Guten Abend, gut Nacht, mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt
schlupf unter die Deck"
Aus der Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" (1808), vertont von Johannes Brahms, Opus 49 (1868).

Brockhaus: "Näglein: Pflanzenbezeichnung; 1) Nelke 2) Gewürznelke..."
Besonders die Wildnelken/Pechnelken sind immer noch wie die Gewürznelken die "Nagelen/Nagalan"
"Nelke" ist eine Form von "Nägelchen" aus dem Plattdeutschen ("Negelkin > Neilkin").

Kommentar am 10.10.2012
Als die Nagerln auch in Wien noch bekannt waren, da reimte man biedermeierisch:
Wann i von Wean wega geh, schwing i mei Hütal in d'Höh,
wia i auf d' Brucken kumm, schau i mi nomal um,
seh' i mei Dirnal da stehn grad wi a Nagerl so schön.


Später musste ein neuer, verständlicher Vergleich gefunden werden, sodass (u.a.) diese Zeile dann lautete :
da siech i mei Deanderl durt steh' wia a weiß's Täuberl so schön. Allerdings ist weder das Täubchen eine Übersetzung des Nagerls, noch wird hier die "Taube" gar mit dem "Nageln" assoziiert.
Die 2 Fassungen sind zu finden in
E.Th.Fritz u.a.: Wien. Musikgeschichte: Volksmusik und Wienerlied, [http://tinyurl.com/9tun45h]

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Nagerl






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.