Österreichisches Wörterbuch

a Schäuferl drauflegen

eine Schippe nachlegen


Art des Eintrag: Wendung

Erstellt am: 12.03.2008

Bekanntheit: 30%

Beurteilung: 19 | 0

Kommentar am 12.03.2008
Redensart in Ö mit entsprechender Variante aus D übersetzt. könnt ma noch vielleicht a schäuferl drauflegen ?
Aha, jetzt können wir wieder ein Schäuferl drauflegen, jetzt können wir Schwule und Lesben in diesem Land wieder spüren lassen, was wir von ihrer sexuellen Orientierung halten...Auszug vom Stenographisches Protokoll 47. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich XX. Gesetzgebungsperiode Mittwoch, 27., und Donnerstag, 28. November 1996
-sh-

Kommentar am 12.03.2008
Schöne Redewendung. Klasse!

Kommentar am 11.10.2009
Eisenbahnersprache bei der Dampflock eine Schaufel nach legen, Dampf machen, etwas voran treiben

Kommentar am 07.04.2015
"eine Schaufel drauflegen" sagt man in Deutschland auch.

Kommentar am 07.04.2015
Schäuferl könnte auch Schipperl oder Schüpperl heißen? Ich kenne das Wort aus einem Volkslied.

Kommentar am 07.04.2015
So eine blöde Übersetzung! Nix für ungut! Aber da hat jemand den Sinn der Redewendung nicht verstanden: etwas (noch) schlimmer, ärger, krasser darstellen, als es ist. Übelmeinend übertreiben. Seinen (böswilligen) Senf dazugeben ...

Kommentar am 07.04.2015
Zusatz zum Kommentar von 13:21: ein Schippe nachlegen = noch einen draufsetzen. Kann auch durchaus positiv gemeint sein im Sinn von sich mehr anstrengen. Aber im Österreichischen hat die Wendung einen ausgesprochen bösartigen Charakter!

Kommentar am 29.12.2015
Ich kenne diese Phrase stets nur im Sinne des Stichelns! Wenn also etwa zwei Personen unterschiedlicher Meinung sind und ohnehin schon knapp vor einer handfesten Auseinandersetzung stehen, kommt eine weitere Person hinzu "und legt no a Schäuferl nach", in dem sie für eine der beiden Personen Position bezieht und die andere Person damit sowieso gerne bis an die Decke springen würde...

Kommentar am 14.04.2018
Duden:

ein Schäuferl nachlegen (österreichisch): 1. eskalieren lassen. 2. seine Anstrengungen verstärken.
DUDEN online:https://www.duden.de/rechtschreibung/Schaeuferl
Duden kennt - wie auch ich und wie es etliche hier bereits gesagt haben - die Redewendung etwas anders als im Eintrag, nämlich "ein Schäuferl nachlegen" - und dieses Bild bezieht sich doch wohl eindeutig auf das Heizen mit Kohle: Das Feuer soll nicht ausgehen.

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

a Schäuferl drauflegen






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.