Dein Österreichisches Wörterbuch

Haftel , das

kleines Häkchen, welches in eine Öse eingehakt wird, um ein Kleidungsstück zu schließen


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Technische Begriffe

Erstellt am: 24.07.2005

Bekanntheit: 63%

Beurteilung: 27 | 6

Kommentar am 03.01.2006
Hafteln sind weder Heftklammern noch Miederspangen, es sind kleine Häkchen, entweder schwarz oder silberfarben, welche in dazupassenden Ösen eingehakt werden. Diese werden meist verdeckt in die Kleidung eingenäht. Ich kenne dieses Zubehör seit meiner Kindheit, habe es jedoch auch schon an indischen Sariblusen entdeckt und es dürfte somit in vielen Ländern verbreitet sein

Kommentar am 08.05.2016
Das "Haftel" ist österreichisches Standarddeutsch. In der Schweiz lautet der Standard "Häftli". Die Täufer im Emmental bekamen die Bezeichnung "Häftler", weil sie die Verwendung von Knöpfen an den Kleidern als Eitelkeit verboten und nur "Häftli" erlaubten. Auf der Flucht vor der bernischen Obrigkeit nach Holland sassen sie mit "Knöpflern" aus dem Berner Oberland zusammen auf denselben Rheinkähnen, wo die Verfolgten der beiden Richtungen bereits scharf aneinander gerieten. Aus den Häftlern entstanden in den USA die Amischen und aus den Knöpflern u. a. die Mennoniten. (z. T. nach[https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Reist)]

Kommentar am 04.09.2016

Haftel(das) ein Häkchen
Österreichisches Wörterbuch Mittlere Ausgabe 29.Auflage 1969 Seite 83)


Kommentar am 13.03.2018
Heute findet man solche Verschlüsse noch bei BHs.

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Haftel






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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