Österreichisches Wörterbuch

abgeschämt, abgschamt

ohne Anstand


Art des Eintrag: Adjektiv

Kategorie: Zwischenmenschliches

Erstellt am: 05.10.2008

Bekanntheit: 31%

Beurteilung: 8 | 8

Kommentar am 05.10.2008
Lachhaft fast ist eine solche "offizielle Schreibweise" fürs "åbgschamt" bzw. ein wienerisches "åågschamt", doch soll ja eine "offizielle Schreibform" verwendet werden. Also warum nicht, wenn dies immerhin möglich ist und auch existiert? Im Netz fand sich zur Zeit des Eintrags eine Diskussion im NDR, in der eine Kärntner Diskutantin das Wort gebrauchte. Da dieser Kommentar wie viele andere von mir gelöscht war und ich keine Aufzeichnung davon habe, kann ich ihn leider nicht mehr zeigen. Ein bestimmter User rühmt sich allerdings mehrfach im Forum, OSTARRICHI archiviert zu haben. Der/die könnt weiterhelfen. Dass etliche User sich bemüßigt fühlen, Wörter, die ihnen nicht bekannt sind, deshalb (!) duch ihre negativen Bewertungen zuzumüllen, erinnert an Albert Einsteins Feststellung:
"Der Horizont mancher Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0, und das nennen sie dann ihren Standpunkt"

Kommentar am 12.11.2008
Ja wirklich, die off. Schreibweise ist wirklich lachhaft. Aber die Schreibweise deiner Aussprache hat es auch in sich. Ginge es nicht etwas unkomplizierter und dadurch verständlicher, z.B. åbgschamt, oder åbgscha:mt (weil das a etwas länger ausgesprochen wird). Bewertet hab ichs schon! :)lG, Weibi

Kommentar am 12.11.2008
ist das so was Ähnliches wie ausgschamt
?

Kommentar am 13.11.2009
Der Kärntner Schriftsteller Gösta Maier ( ein gebürtiger OÖler) gebraucht es ja auch in seinem "Roman vom Anarchisten" mit dem Herzmanowski-Orlando'schen Titel „Der elektrifizierte k.u.k. Hofoptiker" (1990), (S.18):

»...Das ist so zwielichtig abgschamt gegen die arbeitenden Leut.« »Du, red nicht so kriminell mit mir, sonst mag ich dich nicht. Oder willst du am End gar kein Prinzipal werden? Bist du kein strebsamer Mensch?«
Gösta Maier, Der elektrifizierte k.u.k. Hofoptiker (1990):http://tinyurl.com/op5th28
Möglich, dass es dem restösterr. "ausgeschämt" entspricht, in Kärnten zumindest. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das Wort nicht seinen Ursprung eigentlich in "abgeschäumt" (zu "der Abschaum") hat.

Kommentar am 14.11.2009
Es ist schon erstaunlich, dass >abgeschämt< in Salzburg-Umgebung 100% unbekannt sein soll, wenn ich es als Nichtösterreicher-Ostdeutscher schon kannte bevor ich Österreich überhaupt kennenlernen durfte.

Kommentar am 20.11.2009
compy + koschutnig: erstaunlich finde ich es nicht denn auch ich kenne dieses wort nicht. sogar die eigene suchmaschine verweigert den dienst *gg dabei. ausgschamt, das ist und wäre passend zur deutschen übersetzung. diese schreibung ist mir völlig fremd und nie gehört. abgeschämt - das kann sich einer haben aber nicht sein. und auch diese variante wäre schlechtes deutsch. - vielleicht könnte der einträger wie bei vielen anderen einträgen erschöpfende beispiele aus standardwerken oder ähnlichem aufwarten? so schliesse ich mich der bewertung vom 22.10. bis auf weiteres 100pro an.

Kommentar am 20.11.2009
Was es nicht alles gibt:
*
»] „obscene" hat im Amerikanischen einen viel weiteren, über sexuell Unanständiges weit hinausgehenden Sinn, der am besten durch „schamlos", „abgeschamt", „unanständig" umrissen wird und durch „obszön" nur unzulänglich getroffen ist. «
Zeitschrift für philosophische Forschung - Band 26 (1972) , S 122:http://tinyurl.com/z8mj3r2


Kommentar am 20.11.2009
Ein Beispiel Wie schon der guter Frater Moe Szyslak tiefsinnig anmerkte: "Spediert man bei `nem heidnischen Ritual den Vatergott zur Vordertüre n`aus, kommt das Patriarchat abgschamt und hinterfotzig die Hintertüre n`ein!" siehe:>[http://www.hermetik.ch/ath-ha-nour/site/pentagrammgeschichtewicca.htm]< - das ist zwar keine Ö-Seite, aber irgendwoher müssen die das Wort wohl her haben - nicht aus Norddeutschland.

Kommentar am 20.11.2009
meine Aussprache: åågschãmt

Kommentar am 25.11.2009
guhden daach compy.. betreff 2009-11-20 17:04:27 also deine recherche – bei aller wertschätzung – eine schweizer seite als belegquelle und dann auch noch abgeschamt geschrieben – also nicht mal dem eintrag ident - deutet wenn man es überhaupt in betracht ziehen würde auf ein schweizer wort hin – schlage weiterhin vor, der einträger selber sollte wie oft schon hier präsentiert, sein wort wie in ähnlich erschöpfender weise bei anderen hier mal untermauern.

Kommentar am 25.11.2009
wunschkonzert für bewertungen? betreff - 2009-11-20 12:42:50 die vorgeschlagene deutung der bewertung kann ich keinesfalls mittragen.grün sagte in dem falle für mich aus - ..und/oder die schreibung ist völlig unüblich oder falsch – das trifft 100pro zu – blau sagte in dem falle für mich aus – in keinster weise spezifisch für österreich – das trifft ebenso zu 100pro zu.gar weder spezifisch für österreich sonst für sonst eine sprache.compy fand nur eine schweizer seite, ich nichts besseres im internet dafür.und.......wie ich bewerte,müßte schon mir überlassen werden,oder?für die retourbewertungen bei meinen einträgen mache ich sicher keine aufstände!

Kommentar am 25.11.2009
Nun.... ich persönlich kenne nur *ausgschamt*,
was übersetzt soviel wie *unverschämt * heißt. Alles andere zu diesem Wort noch nie gehört.

Kommentar am 26.11.2009
mir scheint - ( da meine anfrage(n) offen bleibt(en) ) dieses wort ein mysterium gar für den einträger zu sein. die erhofften quellen und erschöpfenden kommentare wie es der einträger bei anderen oft und gerne tut - scheinen hier nicht zu sprudeln.finde, eigene kreationen als gängiges wort zu präsentieren suboptimal.

Kommentar am 26.11.2009
@koschutnig entdecke gerade den grund deiner minusbewertungen bei mir! - am 20.11.09 äußere ich eine kritische bemerkung und --> plopp - 10 der bisher nicht bewerteten einträge von mir erhalt zu 90 prozent schlechte bewertung --> also 9 von 10 *gg - am gleichen tage,knapp zwei stunden späater, von 13:50-13:52 acht stück (acht auf einen streich, das schneiderlein wär erstaunt darüber) und 14:03 noch eins - (zufälle gibt´s) hui, was für eine retourkutsche - liege aufgelöst in tränen *haha - entdecke ich da eine leichte empfindlichkeit gegen kritik? *gggg --> mir tuts nix - da kannst sicher sein - ob dies aber gut ist so ? --> oder soll das feeelein vertrieben werden? mmmmmh lg bussi *hihi

Kommentar am 26.11.2009
Hallo Feee!
Ein Ratschlag wenn Du magst von mir und auch für Andere:
Durch bestimmte Zeichen kann man Absätze erzeugen und Textpassagen
hervorheben.
Damit Absätze / Zeilenumbrüche entstehen fügst folgende Zeichen ein
<.br.>
Damit etwas kräftig hervorgehoben werden soll, vor dem ersten Buchstaben
<.b.>
und nach dem letzten Buchstaben dieser Reihenfolge dann folgendes
<./b.>
Die Punkte aber weglassen, sie waren zum Eintrag wichtig damit nicht gleich diese
Funktionen übernommen werden.
Weitere Ratschläge oder Fragen beantworte ich dir gerne auch per PN!
LG DJ

Kommentar am 04.12.2009
Mia kummt vua, die Pestfeee hot heint an Gitz auf an niadn, woi sie umadum aundrahn wü!

Kommentar am 09.12.2009
zu...von albertusmagnus am 2009-12-04 17:52:07
Was dir wie vorkommt, dürfte nicht ganz den
Kriterien des Kommentareintrages entsprechen.

Die lauten:
Sollten Sie einen Kommentar zu diesem Wort haben oder ein Anwendungsbeispiel welches die Nutzung des Wortes gut aufzeigt, so ist das hier der richtige Platz.
Eine Beurteilung eine Sachlage ohne Kenntnis des Gesamtumfanges wäre m.E. nicht empfehlenswert.

Feee

Kommentar am 09.12.2009


Kommentar am 11.12.2009


Kommentar am 08.01.2010


Kommentar am 05.06.2016
Zur Schande der zahlreichen Negativbewerter und zur Ehre der andern ein weiterer literarischer, ein sogar hochliterarischer Fund. Der geäußerte Verdacht, das eingetragene Wort sei meine eigene Kreation, ist recht unverschämt bzw. "abgschamt" ("eigene kreationen als gängiges wort zu präsentieren suboptimal. von pestfeee am Nov.2009") - dann dazu aber sehr wohl ein wirklich eigenes Wort zu erfinden - s. "Abgeschämtheit" , das ist schon ein starkes Stück! Nov.2008 +2 von Weibi Oct.2009 -2 von pestfeee nie gehört! Nov.2009 -2 von System kommentiert Nov.2009 +1 von JoDo Nov.2009 0 von Meli Dec.2009 +2 von albertusmagnus Dec.2009 +2 von klaser Jan.2010 -2 von pedrito ausgschamt Jan.2010 -5 von pedrito Feb.2010 -5 von Meli

Kommentar am 05.06.2016
Otto M. Zykan und Wolfgang Mitterer Als wir den Artmann erfanden ... Als wir den Artmann erfanden fanden sich Propheten, die ihn verkannten, weil er Verse jede Menge Verse ganz perverse "von timelkam bis amsterdam" mundartarm "und weiter noch bis weitra" auch noch ohne Pathosschmalz aus Breitensee ganz unbetamt und abgeschamt ruhmreich eingerahmt.
Friederike Mayröcker, Fur, Bd.3. Edition Schule für Dichtung Wien (1996):http://tinyurl.com/hzwdt4z
Rätselhaft erscheint allerdings, wie das Wort in eine "Zeitschrift fürphilosophische Forschung" gelangt:
]„obscene" hat im Amerikanischen einen viel weiteren, über sexuell Unanständiges weit hinausgehenden Sinn, der am besten durch „schamlos", „abgeschamt", „unanständig" umrissen wird und durch „obszön" nur unzulänglich getroffen ist.
Zeitschrift für philosophische Forschung, Band 26 (1972):http://tinyurl.com/ht5ny8w


Kommentar am 27.10.2017
Damit wenigstens die Verwendung durch ein echtes Genie wieder zu sehen ist:
Das ist so zwielichtig abgschamt gegen die arbeitenden Leut.«
Gösta Meier, Der elektrifizierte k.u.k. Hofoptiker (1990):http://tinyurl.com/ya869ydw
Ein Denkmal! Dass dieser Eintrag trotz des erneuten Eintrags von "abgeschamt, abgeschämt, abgschamt" (Wort 27887) hier stehnbleiben durfte ist, ist dem Verursacher der 5 Kommentarlöschungen zu verdanken. So viel Leistung! Ehre wem Ehre gebührt, nicht wahr?

Kommentar am 05.10.2019
Otto M. Zykan und Wolfgang Mitterer:
Als wir den Artmann erfanden fanden sich Propheten, die ihn verkannten, weil er Verse jede Menge Verse ganz perverse "von timelkam bis amsterdam" mundartarm "und weiter noch bis weitra" auch noch ohne Pathosschmalz aus Breitensee ganz unbetamt und abgeschamt ruhmreich eingerahmt.
"für h.c.", Fur, Bd. 3 (1996) hg. Edition Schule für Dichtung, Passagen Literaturprogramm, Wien: https://tinyurl.com/yyzzz22a


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abgeschämt, abgschamt






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.