Österreichisches Wörterbuch

Einspänner , der

Filterkaffee oder Mokka mit Schlagobershaube (Schlagsahnehaube), in einem Trinkglas serviert; auch Fiakerkaffee


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 05.08.2005

Bekanntheit: 75%

Beurteilung: 54 | 2

Herkunft am 29.06.2007
Fiakerkaffe ist ein guter Hinweis, denn der Einspänner heißt so, weil man ihn (wenn er korrekt im großen Glas mit Hengel serviert wird), leicht auch beim Lenken eines einspännigen Pferdefuhrwerks trinken kann. Man lenkt dann mit der einen Hand das Zeugl und hält in der anderen das Glashäferl.

Kommentar am 25.05.2008
Fiakerkaffee ist perfekt. aber als Erklärung dafür habe ich was anderes gehört:
Beim Warten auf Kundschaft (gesetzten Falles im Kaffehaus mit einem "Einspänner" an seiner Seite) hat der Fiaker - aufgrund der Wärmedämmeigenschaften des Schlagobers - länger einen heissen Kaffe im Häferl/Glasl gehabt, andererseits bei Eintreffen einer solchen (Kundschaft) durch schnelles Aufrühren des Schlags im Kaffe denselben sofort austrinken können.
So oder so, eine interessante Geschichte.

Kommentar am 03.06.2008
Hans Weigel in "O du mein Österreich" weiß noch eine mögliche Erklärung: Der Kaffee wird hier "eingespannt", nämlich schwarzer Kaffee in ein Glas, das von einer reichen Haube "Schlag" gekrönt ist.

Kommentar am 11.01.2017
Auch ein einzeln serviertes Frankfurter Würstchen/Würstel nennt man so

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Einspänner






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.