Österreichisches Wörterbuch

Mezzanin , der

Halbstock zwischen Erdgeschoss und 1. Stock


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 10.08.2005

Bekanntheit: 71%

Beurteilung: 61 | 3

Kommentar am 10.08.2005
Der Ausdruck Mezzanin ist noch in Österreich gebräuchlich und zwar als Halbstock zwischen Erdgeschoss und erstem Stock. Oft handelt es sich bei der Bezeichnung Mezzanin aber um keinen echten Halbstock. Da die im 1. Stock gelegenen Wohnungen die beliebtesten waren (Hausherrenwohnung) und bei Vermietungen höhere Einnahmen brachten, bezeichnete man in Wien oft den 1. Stock als Mezzanin und den 2. Stock als 1. Stock, usw. (Quelle: beayars.com; Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann)

Antwort am 22.06.2006
Noch eins drauf: Hat auch mit der Bauordnung zu tun. Früher war die zulässige Gebäudehöhe nicht in Metern über Terrain festgelegt, sondern in Stockwerken (Geschoßen). So gibt es nicht nur den Mezzanin, sondern auch das Souterrain, den Halbstock, das Zwischengeschoß usw. So konnte ein Grundstück noch besser augenützt werden.

Kommentar am 09.07.2016
Der Architekturbegriff "Mezzanin" (m) ist gemeindeutsch in at, ch und de. (Duden) .

Kommentar am 04.09.2016

„Mezzanin" ist italienisches Sprachgut aus dem ehemalig österreichischen Venetien und der Lombardei.
Hans Reimann, Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf, Econ-Verl. 1964, S. 215


Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

Mezzanin






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.