Österreichisches Wörterbuch

Frankfurter (Würstel) , das

Wiener Würstchen


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 08.07.2003

Bekanntheit: 86%

Beurteilung: 81 | 2

Kommentar am 02.02.2006
Kleine Anmerkung: Es war ein Metzger aus Frankfurt, der in Wien diese Würste "erfunden" hat. Für die Wiener waren es damit "Frankfurter Würstchen", und für die Deutschen kamen die Würste aus Wien und sind daher "Wiener Würstchen". Bei uns in Nordbaden nennt man sie übrigens einfach "Wienerlin".

Kommentar am 02.10.2006
Ich kenne da eine andere Version Soweit ich weiß, haben die Würstl mit Wien nichts zu tun. Der Frankfurter Metzger, der diese erfunden hat, hat Wiener geheißen.

Die Bezeichnung "Frankfurter" ist in Deutschland übrigens geschützt und darf nur für Würstchen verwendet werden, die in Frankfurt hergestellt wurden.

Ob der Metzger allerdings aus Frankfurt am Main oder Frankfurt an der Oder war, weiß ich auch nicht...

Antwort am 03.10.2006
Johann Georg Lahner Johann Georg Lahner (* 13. August 1772 in Gasseldorf/Fränkische Schweiz, † 23. April 1845 in Wien) war der Erfinder der "Wiener Würstchen", die er selbst jedoch als "Frankfurter" bezeichnete und als solche in seinem Fleischerladen verkaufte. Der Handwerksmeister war der Begründer einer mehr als 150 Jahre währenden Fleischerdynastie in der Donaumetropole.

Kommentar am 04.10.2006
wuaschtbua Die Frankfurter nennen sie Wiener, die Wiener nennen sie Frankfurter und warum? Ganz einfach, weil kana s`Wiaschtl sei mecht

Kommentar am 05.04.2009
Saitenwürstle Die Oberschwaben verhalten sich hierbei neutral und bezeichnen die Frankfurter/Wiener einfach "Saitenwürstle" (Soitawurscht) bzw. "Saiten". Viele Gsiberger sagen übrigens eher "Wienerle" statt "Frankfurter".

Kommentar am 05.04.2009
@evide, Saitenwürstle Die zartesten Därme kommen vom Schaf, Saitling genannt. Saitlinge werden - neben der Herstellung von Saiten - vor allem für dünne Brühwurstsorten wie Frankfurter und Wiener Würstel, deren Pelle ja mitgegessen wird, verwendet.

Kommentar am 29.05.2017
Unter Frankfurter (Würstel), versteht man in Österreich Brühwürstel aus Schweinefleisch und Rindfleisch; besonders große Frankfurter nennt man Sacherwürstel, besonders kleine heißen Teewürstel oder Cocktailwürstel. Ein aus Frankfurt am Main stammender Fleischergeselle namens Johann Georg Lahner ist einst nach Wien gekommen, um seine Ausbildung abzuschließen. Hier erfand er im Mai 1805 diese Art von Wurst, mit einer Wurstmasse (= Brät) aus Schweine- und Rindfleisch in feine Schafsaitlinge gehüllt. Für die Wiener war die Herkunft des Wursterfinders Grund genug, um von Frankfurtern zu sprechen. In Süddeutschland hat man hingegen den Herkunftsort als wichtiger erachtet und spricht daher von Wiener Würstchen.- Die Frankfurter Fleischereien etikettieren ihr nur aus Schweinefleisch bestehendes Produkt als Frankfurter, dort heißen sie mundartlich "Klaane Frankfurter Würstche".

Kommentar am 05.03.2018
Eine Erklärung der Bezeichnung bezieht sich auf Johann Georg Lahner (1772–1845), ein aus Frankfurt nach Wien eingewanderter Metzger. Lahner hatte in Wien mit seinen „Frankfurter“ genannten Würstchen großen Erfolg. Während in Wien die Würste nach der Herkunft des Metzgers "Frankfurter" benannt wurden, setzte sich in großen Teilen Deutschlands der Begriff "Wiener Würstchen" durch.

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

Frankfurter (Würstel)






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.