Österreichisches Wörterbuch

Naderer , der

Verleumder


Art des Eintrages: Substantiv
Kategorie:

Kommentar am 03.07.2008
mir nur als VERNADERER bekannt ..wobei dieser nicht unbeding verleumderisch unterwegs sein muss, sondern auch ganz einfach nur Tatsachen verbreiten kann, die der 'Verratene' (Bloßgestellte) lieber geheim gehalten hätte...

Kommentar am 26.08.2015
Der Naderer war ein wiener Spitzel (=Geheimagent) im Auftrag der Polizei: "Unter der Metternich’schen Polizeiregierung nannte der Volkswitz die zahllosen geheimen Spione, mit welchen alle Classen der Gesellschaft in Wien gespickt waren, „Naderer“, und der Warnungsruf: „Naderer da!“ ertönte sofort, wenn Jemand, der im Verdacht stand, ein solcher Söldling zu sein"[https://de.wikisource.org/wiki/Die_gr%C3%BCne_Insel_in_Wien]

Kommentar am 26.08.2015
Nicht zu verwechseln mit dem "Vernaderer", der ist ein Verräter - meist aus niedrigen Motiven. JoDo muß ich entgegenhalten, ßaß - zumindestens als Verb - "ver"nadern = verraten eher gebräuchlich ist, ein simples "nadern" = verleumden wäre mir unbekannt. Daß verraten oft auch nur ein verleumden sein kann, dem trägt der Dialekt Rechnung, indem er beide Idiome als "vernadern" gleichsetzt!

Kommentar am 26.08.2015
Kenne ich nur als Vernaderer. (Verräter)

Kommentar am 25.06.2016
Die Bezeichnung "Naderer" ist österreichisches Standarddeutsch und bedeutet auf gmd. "Denunziant" (m), auch "Verräter" (m). (VWB)

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Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.