Österreichisches Wörterbuch

den Scherben aufhaben

das Nachsehen haben


Art des Eintrages: Wendung
Kategorie:

Kommentar am 11.05.2008
Nachtrag aus gegebenem Anlass, für die, die´s nicht wissen: Der Scherben - Scheam ist der (gefüllte) Nachttopf, den aufzuhaben einer mittleren Malaise gleichkommt.

Kommentar am 23.10.2008
auch vielleicht: im Schlamassel stecken. "Nã jetz hãmma den Scherm auf!" ~ "Jetzt haben wir den Salat"

Kommentar am 24.10.2008
Ich habe das Stichwort auf Koschutnigs Vorschlag hin "standardisiert" und hoffe, dass das nicht zu übergriffig war.

Kommentar am 09.05.2009
den Schearm auf haben in der Oststeiermark und im südlichen Burgenland bezieht sich dieser Ausdruck praktisch ausschließlich auf einen auf den Kopf aufgesetzten(gefüllten?) Nachttopf (Nachtscherm, Nachtschearm, Schearm), freundlicherweise vielleicht auch auf einen Blumentopf oder eine ähnliche unpassende Kopfbedeckung

Kommentar am 11.05.2009
'Schearm' so wie 'stearm', 'fearm', gearm', 'Earm' (sterben, färben, gerben, Erben)???
Günter Nenning u.v.a. (Au)hirsche ließen/lassen das -b- weg, vgl. "Grantscherm", sodass das Wort gar nicht mehr begreifbar ist. Scherben: Gefäß vgl. "Kachel" fürs Gefäß, ein "Pars pro toto" so wie " das Leder" für den Fußball

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.