Österreichisches Wörterbuch

Obizahrer , der

Faulenzer; sehr langsam arbeitende Person


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 24.08.2005

Bekanntheit: 87.6471%

Beurteilung: 58 | 4

Kommentar am 29.08.2007
Möchte was ändern: In der Aussprache das A auf Å, das war zum Zeitpunkt des Eintrags, glaube ich, noch nicht möglich.

Antwort am 29.08.2007
Fauler Mensch Einst wurden die Bretter von Hand gefertigt: Der Baum wurde in einer gewissen Höhe aufgelegt und der Länge nach von zwei Arbeitern mit einer Zugsäge in Bretter zerlegt; einer zog die Säge rauf und er andere hinunter. Der Untere, der "Obezahrer", hatte natürlich die wesentlich leichtere Arbeit.

Kommentar am 28.12.2009
und wenn einer OBI zaht, ist er dann ein Obizahrer.

Kommentar am 04.07.2012
Noch etwas zur Herkunft gefunden auf [http://www.denkforum.at/forum/showthread.php?t=2625]
"Mal etwas typisch Österreichisches - im Freiluftmuseum Stübing von der Führerin " verraten: Du Obizahrer ! Niemand - vor allem ein echter Obizahrer - möchte im Ösiland so genannt werden. Dabei ist das eine Redewendung, die aus der vorindustriellen Holzwirtschaft stammt - und zwar der im gebirgigen Land ( ob damit nur die ST gemeint ist, ist fragwürdig). Bäume, die hoch am Berghang gefällt wurden, mussten ja ins Tal transportiert werden. Das wurde so gehandelt, dass der Baum an Stricken befestigt wurde: ein Holzknecht hielt ihn, der andere zerrte ( zahrte) ihn " obi" ( herunter). Da diese Arbeit als die leichtere galt, nennen wir noch heute Leute, die sich vor der Arbeit, der grausligen, Schweiß treibenden , drücken, Obizahrer. Marianne - ehemalige Obizahrerin "

Kommentar am 28.11.2015
Sehr langsam arbeitende Person: das ist falsch. Nicht jeder, der langsam arbeitet, ist ein Obizahrer. Zum Obizahrn gehört die (böse) Absicht: daher eher Faulpelz, Drückeberger.

Kommentar am 28.11.2015
Gehe mit Berberitze konform! Eines noch: im Wienerischen wird das "b" gerne als "W" gesprochen: "Owezahra"

Kommentar am 30.11.2015
Alles da: Bei Eingabe des Wortteils zahr findet man: Abizahra, Awezahrer, Obezahrer, Obezahra, Obizahra, Obizahrer, Owezahra, Owezahrer, Owizahrer bei Eingabe von zar zusätzlich: Obezara, Obezarer,, Owizara

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Obizahrer






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.