Österreichisches Wörterbuch

grindig

minderwertig


Art des Eintrag: Adjektiv

Kategorie: Zwischenmenschliches

Erstellt am: 16.09.2005

Bekanntheit: 74%

Beurteilung: 50 | 8

Beispiel am 16.09.2005
Beispiel: "Der Autoverkäufer ist fies und grindig, trägt ein Kettchen um den Hals und weiße Macho-Schuhe." (Die Presse 27.10.2000)

Kommentar am 06.12.2015
Wird immer als Schimpfwort benutzt. Wenn jemand fies, falsch, rücksichtslos,.. ist sagt man zu ihn du grindiger Hund.

Kommentar am 07.12.2015
Meines Wissens wird "grindig" im Zusammenhang mit schmutzig, unappetitlich, schmuddelig verwendet: "Des G'schirr in dem Lokal woa so richtig grindig!" weist darauf hin, dass offenbar unsaubere Teller/Besteck, etc. festgestellt wurden. Oder "Des is a grindig Hitt'n" meint das ganze Lokal sei unappetitlich. Oder auch "des is a grindiga Typ!": verweist auf einen schmuddeligen Menschen. Als falsch, fies, rücksichtlos habe ich grindig bislang nicht verwendet.

Kommentar am 14.12.2015
etwas schmutziges od. minderwertiges

Kommentar am 26.12.2015
gemeindeutsch, kein Austriazismus im engeren Sinn

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grindig






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.