Österreichisches Wörterbuch

Linsat , die, -1, keine

Lein, Flachs; Leinsamen


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Natur

Erstellt am: 04.01.2012

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Kommentar am 04.01.2012
Salzburg, Tirol, OÖ, Stmk:

Die "Linsat", so nannten wir den Leinsamen, wurde in Leinensäcke gefüllt und an einem Backtag vor dem Pressen in den noch warmen Backofen gestellt und getrocknet. [...] Ein Ochs wurde vor einen Karren gespannt, auf dem die Linsat, gut verschließbare Gefäße für das Leinöl und Heu für den Ochs geladen waren
Maria Schuster, "Arbeit gab's genug" in "Vom Leben auf einem Lungauer Bergbauernhof" ( 2001):http://tinyurl.com/7n6sca2
Der Flachs, Lein oder Linsat wird vom Bauern durchwegs als "der Haar" bezeichnet. Die Linsat, der Leinsamen, galt zu Öl gepresst als Heilmittel und die Pressrückstände, der "Kas", als wertvolles Kuh-, Kälber- und Schweinefutter.
Steir. Vulkanland.at:http://tinyurl.com/7nxso9t
*) althochdt. 'haro, harwe' der Flachs, siehe Einträge "Haar" und "Hoar" * Über "Linsat" auch auf mehreren Seiten in Karl Haiding, "Märchen und Schwänke aus Oberösterreich", Berlin 1969, [http://tinyurl.com/75c9uyo] * "Leinölstampfes' Linsat", Reitergasse 22 in Kirchberg/Tirol, steht unter Denkmalschutz - [http://tinyurl.com/7wvuw9b]

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Linsat






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.