Österreichisches Wörterbuch

krawutisch

wütend, ungehalten, zornig


Art des Eintrag: Adjektiv

Erstellt am: 12.10.2005

Bekanntheit: 77%

Beurteilung: 76 | 0

Kommentar am 12.10.2005
Beispiel Sie is krawutisch wordn. -> Sie wurde äußerst wütend (auch: ungehalten)

Kommentar am 12.01.2006
urspr. kroatisch

Kommentar am 24.03.2015

Und föhln uns amol die paar Schülling fürn Wein, und wennst deshalb anfangst, krawutisch zu schrei'n: »Mir brauchn kann Herrgott, um selig zu sein! Des is doch a Blödsinn! Das Gold machts allein!«, wird 's Herrgotterl uns das verzeih'n!
Hans Veigl, Wir sind so frei.Texte aus Kabarett und Kleinkunst zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder (2005):http://tinyurl.com/lprzewd
»Woass i nimma, auf jen Foi wars krawutisch.« » Krawutisch is oiwei guad.« »Da sagst was gscheids!«
Moses Wolff, Schrippenblues. Roman (2014):http://tinyurl.com/k2eo5f6
Is der Graf destwegn richti fuchti gwäin und krawutisch. „Verfluamisch Bau(r)nvulk!" hat er gfluacht, der Saurau, wia er he(r)kemm is va Sankt Anna oacher.
Ferdinand Fauland, Sankt Peaderer und aundere Gschichtn (1974):http://tinyurl.com/l7c9smj
krawutisch (regional, Mundart): zornig, wild, rabiat; sonst werd ich krawutisch
Herbert Fussy, Auf gut Österreichisch. Ein Wörterbuch der Alltagssprache (2003)
Krawutisch ist ein Amalgam aus „krowotisch" (kroatisch) und „wutisch" (wütend)
Andrea Maria Dusl, Die österreichische Oberfläche. ( 2007):http://tinyurl.com/mzxyyok
Da wer' i krawutisch: Da überkommt mich rasende Wut
Profil Bd. 32 (2001) S. 118:http://tinyurl.com/mnujtn4


Kommentar am 15.07.2015
Bestenfalls in Ostösterreich noch bekannt, eigentlich im Aussterben. Unter 30-Jährige kennen das Wort kaum, verwenden es aber sicher nie, weil nicht cool!

Kommentar am 15.07.2015
der Ausdruck ist im Süden auch bekannt.

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krawutisch






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.