Manderl machen

Österreichisches Wörterbuch

Manderl machen

Umstände machen, Widerstand leisten


Art des Eintrages: Wendung
Kategorie:

Beispiel am 25.11.2005
Beispiel: Sollten die beiden Herren Manderl machen, droht ihnen die Ausweisung. [Die Presse 9.9.2004]

Kommentar am 10.12.2009
Sperenzchen machen wäre die ideale Übersetzung...

Kommentar am 10.12.2009
Beispiele: * "Die san froh um jeden Kunden, bzw. sollten es sein. Wenn s´ Manderl machen, such dir a andere Werkstatt, ..." (1000 PS.at/forum)
* "Also den Hersteller möchte ich sehen, der beim Tausch eines Dongles Manderl machen will." (WCM.at Forum, 19.12. 2007, 0:37 ) Auch mit dem Plural "keine Manderln" gebräuchlich:

Als Schorschi den Wein einschenkte, ging sie hinter dieTheke und flüsterte: »Mach keine Manderln, komm jetzt, es brennt der Hut.
Edith Kneifl, Taxi für eine Leiche. Ein Wien-Krimi:http://tinyurl.com/y85up9rv


Kommentar am 10.12.2009
Habe meinen Fehler ausgebessert...

Beispiel am 20.01.2016
"Mach' jetzt keine Manderl." M.E. ist Manderl hier die Pluralform, das "n" wird nicht ausgesprochen. Der so Angesprochene wird damit verbal in eine Schwächeposition versetzt. Er solle sich mit der Situation abfinden/keine Zeit mit Argumenten verschwenden/nicht glauben, daß er eine Chance hätte...

Beispiel am 13.10.2017
"Wenns Manderl machen, such dir a gscheite Werkstatt, ..."

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Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.