Österreichisches Wörterbuch

abgeschamt, abgeschämt, abgschamt

schamlos, unanständig


Art des Eintrag: Adjektiv

Erstellt am: 29.08.2016

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 1 | 2

Kommentar am 29.08.2016
Der Kärntner Schriftsteller Gösta Maier (ein gebürtiger Oberösterreicher) gebraucht es in seinem "Roman vom Anarchisten" mit dem Herzmanowski-Orlando'schen Titel „Der elektrifizierte k.u.k. Hofoptiker" :

»...Das ist so zwielichtig abgschamt gegen die arbeitenden Leut.« »Du, red nicht so kriminell mit mir, sonst mag ich dich nicht. Oder willst du am End gar kein Prinzipal werden? Bist du kein strebsamer Mensch?«
Gösta Maier, Der elektrifizierte k.u.k. Hofoptiker (1990):http://tinyurl.com/jgzpjnj
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Otto M. Zykan und Wolfgang Mitterer: Als wir den Artmann erfanden fanden sich Propheten, die ihn verkannten, weil er Verse jede Menge Verse ganz perverse "von timelkam bis amsterdam" mundartarm "und weiter noch bis weitra" auch noch ohne Pathosschmalz aus Breitensee ganz unbetamt und abgeschamt ruhmreich eingerahmt.
H.C. Artmann (hg.), Fur Bd. 3, Edition Schule für Dichtung in Wien, (1966):http://tinyurl.com/hzwdt4z
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» „obscene" hat im Amerikanischen einen viel weiteren, über sexuell Unanständiges weit hinausgehenden Sinn, der am besten durch „schamlos", „abgeschamt",„unanständig" umrissen wird und durch „obszön" nur unzulänglich getroffen ist.«
Zeitschrift für philosophische Forschung - Band 26 (1972) , S 122:http://tinyurl.com/zcoq4l2


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abgeschamt, abgeschämt,  abgschamt






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.