Österreichisches Wörterbuch

hapern

mangeln


Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 12.08.2002

Bekanntheit: 92%

Beurteilung: 14 | 0

Kommentar am 12.08.2002
Woran hat es da gehapert ? Woran hat es dabei gemangelt ?

Kommentar am 21.11.2006
Nach meiner Kurzrecherche ist hapern zwar Umgangssprache, aber nicht speziell österreichisch. Wer weiß Genaueres?

Kommentar am 22.10.2007
s hapert net am guatn Wün, s hapert am nötign Klaagöd (das österreichische "Hapern" impliziert meist ein Scheitern infolge des Mangels...) ;-)

Kommentar am 28.03.2014
Schon wieder hat Klaser Recht: "hapern" ist zwar ugs., jedoch nicht spez. österr.!
Es mag verwundern, doch es kommt aus dem ungefähr gleichen Raum wie das abominable "lecker" und ist, so weit man weiß, im Mittelniederländischen entstanden! Im 17./18. Jh. wurde es allgemeinsprachlich, ist aber seither von seiner urspr. Bedeutung "stocken, stottern beim Reden" auf alles erweitert worden, wo's hakt ("einen Haken hat" - so das Österr. Wb.) * Der Spiegel: »Woran hapert es bei Ferrari ?« (20.07.1987) * Die Zeit: »Zwar kommen die schicken Installationen , die Schautafeln und zusammengewürfelten Exponate bunt und aufregend daher . Doch am Detail hapert es.«( 02.05.2009) * DDR - ein Reisebuch in den Alltag: »Aber immer wieder hapert es mit der Zuverlässigkeit und der Qualität der Beförderung« ( Rowohlt 1986) * Erwin Strittmatter (einer der Spitzenautoren der DDR): »Ja , ja , mit die deutsche Sprache wirds bei ihn noch manchmal hapern , Herr Direktor . Ach , wir haben es schwer mit der deutschen Sprache in meiner halbsorbischen Heimat!«("Der Laden", Berlin-Ost, 1983) *Victor v. Klemperer: »Nur mit dem Sprechen hapert es noch immer sehr.«(Tagebuch 1926) UND: Goethe: ».. von der Welt, von Gott glaubte ich ohngefähr so viel zu wissen als der Lehrer selbst , und es schien mir an mehr als einer Stelle gewaltig zu hapern« ("Dichtung und Wahrheit", 1812).

Kommentar am 27.01.2018
Gemeindeutsch! Auf DWDS - [https://www.dwds.de/wb/hapern] - gelangt man zu • 402 mal “hapern“ in der „Berliner Zeitung“ (1994–2005) • 422 mal “hapern“ im „Tagesspiegel“ aus Berlin (1996–2005) • 1401 mal “hapern“ in der Hamburger „ZEIT“ (1946–2016) Duden hat schon vor einem halben Jahrhundert nicht behauptet, es sei umgangssprachlich oder landschaftlich, nur beim Adj. "haprig" wird angemerkt: "bes. niederdeutsch". Duden oline:

hapern, schwaches Verb Beispiele: es hapert (geht nicht vonstatten; fehlt [an]) BEDEUTUNGSÜBERSICHT 1. [vorübergehend] nicht zur Verfügung stehen, fehlen 2. nicht klappen, um etwas schlecht bestellt sein
Duden:https://www.duden.de/rechtschreibung/hapern
Und dass happern nur eine - und zwar beileibe nicht nur in Österreich häufige - Falschschreibung ist, ist ja wohl auch klar - allerdings hab ich selber ja auch - bewusst! - die falsche Schreibung eines Wortes als österr. Spezialität eingetragen. Dazu hat sich auf eine diesbezügliche Anfrage der Admin. allerdings anders geäußert:
Bei dem Wort "supplieren" bin ich gegen eine Eintragung von "sublieren" und das wollen wir bei allen Fällen die klar und eindeutig sind auch so halten. ... Es ist auch klar angegeben, dass dies eine Falschschreibung ist. Dennoch sollte ein ganz klar falsch geschriebenes Wort nicht als eigener Eintrag auftauchen.
Forum am 27.10.2017, Topic 1068:http://www.ostarrichi.org/forum.html?topicid=1068
Jetzt aber kommt " happern" ins WB?

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

hapern






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.