Österreichisches Wörterbuch

Ringelspiel , das

Karussell


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 29.03.2006

Bekanntheit: 22%

Beurteilung: 23 | 0

Kommentar am 19.06.2008
Schön ist so ein Ringelspiel Musik: Hermann Leopoldi, Text: Peter Herz Treten s’ ein, nur herein, größter Jux für groß und klein! Jeder Schimmel neu lackiert, Werkel frisch geschmiert! Eine Fuhr, eine Tour kostet 20 Groschen nur, eine Reise voller Spaß, ohne Reisepaß! Jeder hutscht sich wie er kann, Vorwärts, gemmas an! Schön ist so ein Ringelspiel! Das is a Hetz und kost net viel. Damit auch der kleine Mann sich eine Freude leisten kann. Immer wieder fährt ma weg und draht si doch am selben Fleck. Man kann sagen, was man will, schön ist so ein Ringelspiel. Dritter Mai, vierter Mai, welcher Tag ist einerlei, immer steht vor deiner Tür irgendein Kassier! Ob es März, ob August, jeden Tag du zahlen mußt, einmal Steuer, einmal Gas, immer gibt’s etwas! Alle gebn sich nacheinand die Türschnalln in die Hand! Schön ist so ein Ringelspiel... Der Herr Franz ganz diskret mit sein Flirt in Prater geht, er ist zwar ein Ehemann, doch was liegt ihm dran? Mit Gaudee und Bahöll fahren die beiden Karusell, plötzlich ruft sie: „Franzl schau, is das net die Frau?“ „Ja“, schreit er, „Fixlaudonstern! Mit mein Zimmerherrn!“ Schön ist so ein Ringelspiel ... [http://tinyurl.com/ob6bdts]

Kommentar am 23.02.2015
Ringlgspiel! Mit g! Deutlich bei Hermann Leopoldi zu hören

Kommentar am 23.02.2015
Das Wort ist urösterreichisch; Karussel wird als deutsch-deutsch empfunden (zumindest im Wiener Raum).

Kommentar am 23.02.2015
Da ich neben dem Prater aufgewachsen bin, kenn ich das Ringlgspül natürlich, Jahrgang 40, Wien

Kommentar am 23.02.2015
kenne es aus frühester Jugend (Kriegszeit), und noch mit Antrieb durch Körpereinsatz: Buben liefen rundum auf dem Dach des Ringelspiels und schoben die sternförmig angeordneten Holzbalken, an deren Ende außen die kleinen Sitze hingen. War toll für uns Kinder!

Kommentar am 11.06.2016
Die Bezeichnung "Ringelspiel" (n) für gmd. "Karussell" (n) ist österreichisches Standarddeutsch. Standard in ch: das Rösslispiel (VWB) .

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Ringelspiel






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.