Österreichisches Wörterbuch

batzweich

sehr weich


Art des Eintrag: Adjektiv

Erstellt am: 23.04.2006

Bekanntheit: 78%

Beurteilung: 61 | 5

Kommentar am 31.08.2016
fast flüssig? eher: cremig

Kommentar am 06.11.2018
"kann man nicht 'verhochdeutschen' "? - Dichter, Politiker und KFZ-Kritiker verwenden es in Standardaussprache:

(Er [...] befühlt sich mit der Hand mechanisch die geküßte Wange und murmelt wie verloren vor sich hin) So batzweich bin ich's nicht gewohnt! (Schleicht wie unter Zwang Jesus auf dem Golgathaweg nach)
Karl Schönherr, Passionsspiel (1933/1948:https://tinyurl.com/y8wrhvua
Aber er tut nur so, er hat eine harte Schale, aber innen ist er batzweich, und er wird Rotz und Wasser weinen vor Glück
Peter Henisch, Suchbild mit Katze. Roman (2016):https://tinyurl.com/ydb7bmut
Autokritik:
Das Cockpit hat den öden Plastiklook abgelegt, die Sitze sind bequem, aber nicht batzweich, und die etwas schwammige Straßenlage ist einem ordentlichen Fahrverhalten gewichen.
News (2oo2):https://tinyurl.com/ycb7qnln
Ein Politiker reflektiert über einen andern:
bei manchen seiner Reden konnte man glauben, dass der nächste Bürgerkrieg nicht mehr sehr weit sein könne, aber in Wirklichkeit war er - wie man so schön sagt - „batzweich"
Heinz Fischer, Reflexionen1998):https://tinyurl.com/yblj5oml


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batzweich






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.