Österreichisches Wörterbuch

nackert

nackt


Art des Eintrag: Adjektiv

Erstellt am: 23.04.2006

Bekanntheit: 87%

Beurteilung: 66 | 0

Kommentar am 22.05.2016
Das Adjektiv "nackert" für gmd. "nackt" ist österreichisches Standarddeutsch. (Variantenwörterbuch) Gmd.: bloss für nackt, unbedeckt Ugs. in de: nackicht In ch mundartlich: blutt (also nicht Standard).

Kommentar am 22.05.2016
"ö. Standarddeutsch" nicht unbedingt. Von der Sprachebene her: Umgangssprache (zwischen Standard und Dialekt). Auch das "Österreichische Wörterbuch" bei mir: 42. Auflage, Seite 488 schreibt: nackert (ugs.)

Kommentar am 23.05.2016
Für das Variantenwörterbuch ist in diesem Fall entscheidend, dass ein Begriff in landesweit gedruckten Texten steht, die natürlich nicht ugs. sind, Frau oder Herr JoDo. So kommt das Adjektiv "nackert" in Google 1380 mal vor.

Kommentar am 23.05.2016
Gedruckte Belege sind natürlich hilfreich, trotzdem - Frau oder Herr Standard - wenn ein 'native speaker' nackert als nicht unbedingt österreichisches Standarddeutsch empfindet, könnte man das nicht gelten lassen? Ich kann mir für mich zum Beispiel NICHT vorstellen dieses Wort in einem halbwegs öffentlichen Kontext zu verwenden. Das liegt halt auch in der Natur der Sache, dass das 'Österreichische' zwischen den Sprachebenen hin und herpendelt (Dialekt-Standard-Kontinuum [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt-Standard-Kontinuum),] was die Trennschärfe zwischen den genauen Zugehörigkeiten natürlich erschwert.

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nackert






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.