Österreichisches Wörterbuch

Faschierte , das

Hackfleisch, Gehacktes


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 26.08.2004

Bekanntheit: 97.1053%

Beurteilung: 76 | 1

Kommentar am 26.03.2007
Bin nicht sicher: Ist nicht bei uns Faschiertes eine Mischung aus Rindsfleisch und Schweinernem?

Kommentar am 05.04.2007
Der Wikipediaartikel: [http://de.wikipedia.org/wiki/Hackfleisch]
enthält interessante Ausführungen zum Thema!
Schweine- und Rinderhackfleisch
Lammhackfleisch
Wild- und Geflügelhackfleisch

Kommentar am 11.12.2007
In Altbayern Das Wort gehört bei uns in Altbayern definitiv nicht zum Wortschatz, es ist ein echter Austriazismus! Aber die meisten Leute bei uns wissen, was es bedeutet.

Kommentar am 30.08.2008
Faschiertes Als Faschiertes bezeichnet man ein Fleisch, das durch die Faschiermaschine (in Deutschland Fleischwolf) gedreht worden ist. Es wird gewürzt, geformt und gebraten. Eine Farce ist etwas anderes. Darunter versteht man eine Fülle aus gehacktem Fleisch, Fisch, Wild, Geflügel, Gemüse, Ei, Gewürzen und ähnlichem. Aber etymologisch haben die beiden Wörter viel gemeinsam. Das im Faschierten steckende Grundwort, also Fasch, ist sogar im 19. Jahrhundert Farce geschrieben und farsch gesprochen worden. Und auch küchentechnisch ist ein Zusammenhang herstellbar. Das französische Wort farce bedeutet so viel wie „übermütiger Streich“ oder „Schabernack“, man denke an den Satz „Das ist eine Farce!“. Und so galt es einst als Scherz, ein Huhn oder einen Fisch mit einer würzigen Masse zu füllen, um die Speise auf diese Weise zu strecken. Heute ist das Faschierte ein eigenes Gericht aus gehacktem und gewürztem Fleisch. Der Ausdruck ist erst um 1900 populär geworden. Davor findet man ihn meist kombiniert mit anderen Ausdrücken wie farschirte Carbonaden, gefüllter oder farschirter Rostbraten etc. Die Fleischlaibchen hießen noch Frica(n)dellen oder Fleischpflanzln. Als Fleischpflanzeln firmieren sie heute noch in Bayern. In anderen Gebieten des deutschen Sprachraums sagt man Bulette, Frikadelle, deutsches Beefsteak, Hamburger (Steak), Hacksteak oder Fleischküchle – so heißt die Speise auch in Vorarlberg.

Kommentar am 28.05.2016
Das Nomen "Faschiertes" (n) ist österreichisches Standarddeutsch Standard in ch und de: das Hackfleisch Standard in de: das Hack Standard in ch: das Gehackte (VWB)

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

Faschierte






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.