Österreichisches Wörterbuch

hin

schadhaft, zerstört, kaputt, tot


Art des Eintrag: Adjektiv

Erstellt am: 10.06.2006

Bekanntheit: 84%

Beurteilung: 66 | 0

Kommentar am 08.08.2007
Zwar auch schon vereinzelt in D gehört, aber m. E. doch ein eher österreichisches WOrt. Natürlich ist es nur prädikativ zu verwenden: "Des is hii". Attributiv heißt es: "hinnig": "a hinniga Käfer". "Tot" würde ich unbedingt bei den Übersetzungen anfügen. Und "Kaputt" schreibt man bitte mit Doppel-t. Aber sonst habe ich nichts auszusetzen (ist mein freundlicher Tag heute ;-) )

Kommentar am 08.09.2016
"Hin" ist in ganz Deutschland Umgangssprache, siehe

3. (umgangssprachlich) verloren, weg (umgangssprachlich) unbrauchbar, kaputt (umgangssprachlich) völlig erschöpft (umgangssprachlich) zugrunde gerichtet (salopp) gestorben, tot (umgangssprachlich) hingerissen, von Begeisterung, Leidenschaft ergriffen
Duden
Bei uns in Nürnberg gilt "hie" als charakteristisch nürnbergerisch: "Sei Audo is hie," "Däi Muggng (Fliege) hob i hiegmåchd" usw. In Ostbayern z.T. auch mit nasalem i: "hĩ". "Hinnig" dagegen halte ich für typisch österreichisch. Das habe ich auch in Bayern noch nicht gehört.

Kommentar am 13.09.2016
die Bedeutung (hin) ergibt sich im Satz. kaputt oder (hin- gegangen) (hin- geworfen) ( hin- kommen)

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hin






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.