Österreichisches Wörterbuch

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Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 23.11.2004

Bekanntheit: 97.7358%

Beurteilung: 55 | 0

Beispiel am 21.08.2005
"Er wollte als absoluter Star die Wärme jenes Vororte-Milieus nie abbeuteln, wo zwar die Tischler nicht einmal beim Sargbretterhobeln vom Brüderl Tod singen, doch der Schmäh rennt." (PR 20.2.1996)

Kommentar am 29.12.2015
Wie schon bei den Beurteilungen kommentiert wurde: in Wien spricht man das "oh:beidln" aus. Und: es kann auch in dem Zusammenhang verwendet werden, als dass man zum Ausdruck bringt, dass einem vor Etwas graut: "Bist deppad: do hoz mi ohbeidlt" - etwa eine filmerische Szene, ein Hundekot am Schuh, ein mysteriöses Essen mit seltsamen Geruch, eine nackte Person mit zur betrachtenden Person diametraler Ästhetik... Übrigens kann es auch im Zusammenhang mit Hunden stehen, wenn sich dieser nach einem Bade, dann vom übeschüssigen Wasser zu befreien versucht - möglichst in der Nähe seines Besitzers oder auch in der Wohnung: "Geh! Heast! Jetzt hod a si do ohbeidlt!" in ärgerlicher Tonlage und nachgesetzt, etwas wehleidig: "na geh!"

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Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.