Österreichisches Wörterbuch

Gschaftlhuber , der

Wichtigtuer


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 30.05.2005

Bekanntheit: 93%

Beurteilung: 75 | 0

Beispiel am 22.10.2005
Beispiel: Es geht ja in der ehrenamtlichen Arbeit nicht nur um die liebenswerten G`schaftlhuber (damit sind ganz offensichtlich Männer gemeint), die um der öffentlichen Anerkennung willen Vereine leiten, bei der Freiwilligen Feuerwehr mitarbeiten, ... [Die Presse 17.3.2001]

Kommentar am 22.10.2005
Kommentar: Gschaftlhuber beschreibt einen Wichtigmacher, jemanden der sich geschäftig um alles kümmert und dabei meistens übertreibt, alles zugleich macht aber nichts richtig. Kann man vergleichen mit dem Deutschen `Hans Dampf in allen Gassen`. Neben dem männlichen Gschaftlhuber gibt es auch die weibliche Gschaftlhuberin.

Kommentar am 05.02.2016
Geschaftlhuberin: Jetzt hat der Gschaftlhuber endlich jene Genossin erhalten, von der Russi im Kommentar spricht, nur zeigt sie das stets verschluckte -e- in der Vorsilbe und infolge der pepasteten Übernahme aus dem Online-Duden auch die sichtbar gewordenen Silbentrennungsfugen sowie den Artikel. So kommt man hin: Ge_schaftl_hu_be_rin_die"

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Gschaftlhuber






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.