Österreichisches Wörterbuch

Lamourhatscher , der

langsames Liebeslied zum Mittanzen


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 08.06.2005

Bekanntheit: 69%

Beurteilung: 45 | 4

Kommentar am 12.03.2015
Außer diesem und dem französisch angehauchten Eintrag L'amourhatscher mit der höchst originellen Erklärung "Schmiegemann" existiert in der Literatur noch eine 3. Schreibung, nämlich „L’amour-Hatscher“, die zwar art- und orthographiegerecht ist, jedoch das Wort wahrscheinlich unnötig kompliziert macht:

Musik ist wohl einer der dehnbarsten Begriffe; jeder versteht darunter etwas anderes. Schwelgten "unsere" Jahrgänge noch in unvergessenen Schnulzen und L'amour-Hatschern, dudelt man uns heute entweder in den Kaufhäusern etwas vor oder knallt uns harten Techno um die gepeinigten Ohren.(S. 129f) [...] L'amour-Hatscher: langsames, enges Tanzen ohne festgelegte Tanzschritte (Wollner - Jg. 1925)
Dorothea Muthesius (hg.), „Schade um all die Stimmen ...". Erinnerungen an Musik im Alltagsleben. (Böhlau, Wien 2001), S. 129f, 378 :http://tinyurl.com/n8xokcv
Doch dann stehen Wiener Lieder auf dem Programm: Das »Akazibam-Lied«, »Das Engellied«, die Aufforderung »Hupf in' Gatsch und schlag' WelPn«, »L'Amour-Hatscher«, »Geh' die Gass'n 'nauf«, »A Bisserl«, »Laß die Jugend verfliag'n«
Dieter Schnabel, Zuweilen muss einer da sein, der gedenkt. Blätter der Erinnerung an Komponisten, Schriftsteller und Theaterleute,BoD 2003:http://tinyurl.com/lwmbvo9
Und an diese langweiligen L'amour-Hatscher will ich gar nicht denken. Ich hab' mich dabei immer gefragt, was eigentlich unzumutbarer war: das Am-Platz-Treten oder die Musik dazu?
Maria Hienerth, Frack und Spitzenschuh, (BoD 2010):http://tinyurl.com/o3xsc4f


Kommentar am 25.01.2016
Dieser frühe Eintrag war ursprünglich mit -d- geschrieben, weshalb der spätere mit -t- so viel Zustimmung bekam. Zwar hat den ein "opa" zur allgemeinen Empörung in die Verbannung geschickt, doch mit diesem hier, der ja längst schon korrigiert ist, können wir uns trösten - trotz etlicher überflüssiger späterer Schreibvarianten.

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Lamourhatscher






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.