Österreichisches Wörterbuch

keppeln

plaudern, auch schimpfen


Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 08.06.2005

Bekanntheit: 80.8108%

Beurteilung: 55 | 11

Kommentar am 12.08.2007
Redewendung Meine Mutter benutzte häufig die Wendung "Du keppelst wie ein altes Waschweib!"

Kommentar am 12.08.2007
Als Plaudern kenne ich es ebenfalls nicht. Schimpfen, keifen, meckern. So würde ich es übersetzen.

Kommentar am 12.08.2007
Aus dem legendären "Herrn Karl" Darin sagt die Titelfigur zu erst laut "Jaaa, Frau Chefin?" und dann leise "Die Oide kepplt scho wieder...".

Kommentar am 29.05.2008
Plaudern gehört weg! Besonders, weil der Eintrag im Buch ist.

Kommentar am 08.12.2009
"plaudern" muß bleiben, obwohl "tratschen" eher entsprechen würde. Wenn ich mir die Einträge aber so anschaue, dürfte diese Verwendung Steiermarkspezifisch sein. Die Kategorie wäre so oder so "Zwischenmenschlich"!

Kommentar am 05.04.2012
keppeln - abschätzig für reden Mir ist das Verb als recht neutral geläufig, am ehesten würde ich es als reden übersetzen - mit einer abschätzigen Konnotation. Dabei ist es egal, ob zwei miteinander keppeln oder eine(r) allein vor sich hin. Es geht darum, dass das Gesagte belanglos ist oder dafür gehalten wird. Wobei dieses Abschätzige auch ins Gegenteil verkehrt werden kann, z.B. bei Kleinkindern, die gar nicht so richtig reden können, sagt man auch, sie keppeln, wenn sie so vor sich hin brabbeln.

Kommentar am 06.04.2012
Eine deutsche Entsprechung des Wortes ist kabbeln; siehe z.B. [http://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=~~sich%20kabbeln&bool=relevanz&suchspalte[]=rart_ou]

[http://de.wikipedia.org/wiki/Jet_Lag_%E2%80%93_Oder_wo_die_Liebe_hinfliegt] - "Dort kabbeln sich die beiden fortwährend, erst in den frühen Morgenstunden stellen sie fest, dass ihnen doch etwas aneinander liegt und sie sich freuen, soviel Zeit wie möglich miteinander verbringen zu können."

"So muss man sich denn einfach daran freuen, dass Kommissar Thiel und Pathologe Boerne auch an diesem Sonntag wieder kabbeln dürfen." (Quelle: fr-aktuell.de vom 02.04.2005)

Eine gute Erklärung zur Herkunft des Wortes - das gilt auch für das österreichische "keppeln" - bietet Wiktionary - [http://de.wiktionary.org/wiki/kabbeln] -
"kabbeln stammt vom mittelniederdeutschen kabbelen (zanken) ab. Es besteht weiterhin eine Verbindung zwischen kabbeln und dem mittelhochdeutschen kibelen, kifelen und kiveren (keifen, sich scheltend zanken) sowie mit kifelen und kifern oder kiefen (kauen, nagen). Auch das altnordische kjapta → non (sprechen, reden), das norwegische kjefte → no (lärmen, schelten) und das altslawische ozobati (fressen) sowie das russische зобать (zobat’) → ru (verschlingen, picken) und das litauische žébti →lt (langsam essen) gehören hierher. Eine Verwandtschaft besteht überdies zu Vorformen von Käfer und Kiefer und zum altirischen gop (Schnabel, Mund). All diesen Wörtern liegt die indoeuropäische Wurzel *ĝep-, *ĝeph-, *ĝeb- oder *ĝebh- (Kiefer, Mund, essen, fressen) zu Grunde. Hieraus ergibt sich, dass kabbeln ursprünglich außer für ‚zanken‘ auch noch für ‚sprechen‘ und allgemein für ‚die Kiefer bewegen‘ gestanden hat. Im 19. Jahrhundert konnte sich das niederdeutsche kabbelen (als Nebenform kibbelen) dann auch in hochdeutschen Texten etablieren."

Kommentar am 15.04.2012
Ein Fremdwort aus dem Deutschen: "Kabbelei" Aus einem österr. Forum ("Kaninchen.at"):Tenebris:
Mit den deutschen aus unsrer "logd-Clique" führen wir erbitterte diskussionen darüber obs nun der oder die Paprika heißt XD und ähnliches sind aber nur spaßeshalber Kabbeleien mir würd nich einfalln ernsthaft deswegn zu streiten XD
[http://tinyurl.com/8772npz]

Kommentar am 26.05.2016
Das Verb "keppeln" für gmd. "keifen" ist österreichisches Standarddeutsch.

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keppeln






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.