Österreichisches Wörterbuch

kletzeln

mit den Fingernägeln herumkratzen


Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 08.06.2005

Bekanntheit: 87%

Beurteilung: 71 | 2

Kommentar am 04.10.2006
Aussprache: gleedsln

Kommentar am 10.06.2007
In einem offiziellen ärztlichen Befund gelesen: ... handelt es sich um Talgzysten, die weder bedrückt noch bekletzelt werden sollten.

Kommentar am 10.06.2007
Weitere Beispiele: *** Ein Etikett von wo runterkletzeln (es abzulösen versuchen). *** Markenkletzler = (abwertend) Philatelist (wegen des Herunterklezlns der Briefmarken). *** Tua net do umanandaglezln (fingere da nicht herum, lass es in RUhe).

Kommentar am 19.01.2012
Prüde? Appetitlicher Chat: [http://www.rb-ex.net/index.phptopic=1102.0?]
Lara:seids ihr kletzler? also ich kletzel immer. es ist irrsinnig schwer dies nicht zu tun, wenn irgendwo eine Schuppe oder eine Kruste oder irgendwas wegsteht...
Salem: Ich sitz gerade da und kletzle an meinem Zeh herum, während ich den Beitrag lese. Also: ja, ich muss immer herumkletzeln. Auch an anderen Leuten und an meinen Katzen
Litle MsEinstein: Also ich kletzel auch immer - wirklich IMMER, und meistens wird's nur durch meine Kletzlerei erst richtig schlimm. Und bei meinem Freund kletzel ich auch gleich unbewusst, wenn's was zum Kletzeln gibt
Nox:wehe, irgendwer will an mir kletzeln.ich mag das absolut nicht (vo wem andren bekletzelt zu werden, nedamal vo meim Schatzal)


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kletzeln






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.