Österreichisches Wörterbuch

knotzen

hocken, lümmeln, kauern


Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 08.06.2005

Bekanntheit: 77%

Beurteilung: 59 | 3

Kommentar am 17.06.2007
Die Ergänzung aus Wels ist super! Es wäre vielleicht überhaupt erwähnenswert, dass "knotzen" nicht notwendigerweise etwas Negatives, Schlampiges bedeuten muss. "I knotz mi jetzt fiar a Wäu do ins Eck und gib ma a Schalal Kaffee und wü mein Friedn". "Kumm, knotz die nieder" (Setz dich doch zu uns!).

Kommentar am 17.06.2007
Gar nicht negativ Ich hätte das Wort viel positiver gesehen - verwende es fast nur in der Bedeutung "sich gemütlich zwischen ein paar Polstern vergraben und ein kleines Nickerchen machen - als verdiente Erholung"

Kommentar am 13.09.2007
bei uns auch in der Bedeutung von: beischlafen, koitieren

Kommentar am 14.09.2007
na da kann ich doch auch noch etwas beisteuern Wenn du dich nicht bücken kannst, musst halt knotzen (hocken, in die Knie gehen), deswegen heisst es auch sicher: hock die her do

Kommentar am 14.09.2007
Auch auf die Gefahr hin, dass mich jetzt einige *fressen*... ... knotzen ist defintiv nicht liegen, sondern hocken. Sitzen, von mir aus auch halb liegend - halb sitzend, aber niemals liegen (das Wort knotzen impliziert hocken in irgendeiner Form immer)
einige Beispiele:
i gnotz mi auf's Sofa/Bett und tua fernsehn
ich setze mich ins Bett und decke mir die Beine zu
ich setze mich aufs Sofa und lege den Oberkörper hinüber
i gnotz mi auf d'Erd
ich setz mich auf die Erde,(die Beine meist in irgendeiner Form *angezogen*) und stütze mich am Ellbogen ab, ist bestenfalls lümmeln oder halbliegend aber nicht liegen
gnotz die her do, gnotz di zuwi zu denen
setz dich her da, setz dich zu denen dazu i gnotz mi a bisserl auf die Bank zum ausrasten
Ich setz mich ein Weilchen auf die Bank, und leg den Kopf auf den Polster/ die Lehne (halbsitzen- halbliegen)


Kommentar am 15.09.2007
Wo die Amalia Recht hat, hat sie Recht Erlaube mir, im Originaleintrag was "nachzubessern"

Kommentar am 10.12.2007
Danke Jodo, ich versuch eh immer alles so gut wie möglich zu erklären es gibt eben wirklich etliches, das sich nicht mit einem Wort übersetzen lässt

Kommentar am 03.07.2008
Und wenn man nicht schlafen kann und sich im Bett hin und herrollt, und auf und ab, den Kopfpolster aufschüttelt, das verrutschte Leintuch an seinen Platz tut, kurz gesagt, einfach keine Ruhe gibt, weils, sagen wir mal, zu heiss ist, ist das nicht auch knotzen? Dachte ich jedenfalls immer bisher. lG, Weibi

Kommentar am 03.07.2008
@ Weibi Du beschreibst sehr schön, wie wohl viele von uns kürzlich die schwül-heißen Nächte verbracht haben dürften - sich unruhig und schlaflos im Bett hin und her wälzend (aa i hob mi schwitzad umadum gwözd) ;) LG,yon

Kommentar am 04.07.2008
@yon Du hast es richtig erkannt. Um halb drei in der Nacht wälzte ich immer noch, da dachte ich spontan: Na servas, des is a Ummakotzerei! Oh, jetzt hab ich einen freudschen Fehler gemacht. Die Situation WAR zum Kotzen (tschuldigung), aber natürlich hab ich ummanandergeknotzt. Dann wollte ich es eintragen und hab gesehen, dass es schon hier ist, aber ein wenig Kontroverse auslöst. Also ist das Herumwälzen nun knotzen - oder eher nicht? Meine Grossmutter hat das immer gesagt, in der Nacht: Geh Dirndle, tua net so knotzen, weil ich sie nicht schlafen liess. LG, Weibi PD: in 10 Tagen komm ich nach Ö. Hoffentlich muss ich dann dort nicht so knotzen.

Kommentar am 17.11.2015
Offenbar herrscht punkto der Verwendung von "Knotzen" keine Eindeutigkeit bzw. keine Einigkeit! Aus meinem Sichtwinkel bedeutet "Knotzen" stets eine Art der Entspannung (oder wie man heute sagt "des Abhängens"). Damit einhergehend ist Knotzen de facto eine Art auch der körperlichen Entspannung durch "in der Gegend (auf dem Bett, auf der Bank, dem Diwan, am Strand, etc.) liegen(also doch liegen!) wie ein Fetzen" (Fetzen ist ein (z.B. Boden)Tuch)und dabei irgendeine Art der passiven Tätigkeit ausübend (wie fernsehen, Musik hören, an die Decke starren, plaudern, allenfalls lesend).

Kommentar am 24.05.2018
Ich kenne 'knotzn' positiv wie auch negativ, kommt aber auf den Kontext an. Es hat aber für mich eigentlich mit 'sitzen' vielleicht auch mit 'lümmeln' zu tun. Kum, knotz de zuwa/her! ==> Komm, setz dich her/zu uns! De knotzn nur deppad umadum/umananda. ==> Die sitzen nur blöd herum.

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knotzen






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.