Österreichisches Wörterbuch

Papperl , das

Speise, Mahlzeit


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 10.08.2005

Bekanntheit: 69%

Beurteilung: 56 | 1

Kommentar am 09.12.2007
Beispiel: Jetzt hau ma si zu mein Wirtn eine, auf a guads Papperl. Des hamma si vadient! = Jetzt suchen wir mein Stammlokal auf um ordentlich zu schlemmern. Das haben wir uns verdient.

Kommentar am 09.12.2007
In der Kinder- ujnd Haustiersprache meist: Pappi Komm, tu schön Pappi machen! *** Schnurli, Minka, Peterl! Kommts her. 's Pappi is da für euch!

Kommentar am 08.03.2015
Josef Weinheber:

Ich hab sonst nix, drum hab ich gern ein gutes Papperl, liebe Herrn: Zum Gabelfrühstück gönn ich mir ein Tellerfleisch, ein Krügerl Bier, schieb an und ab ein Gollasch ein, (kann freilich auch ein Bruckfleisch sein).
Dichtergemeinde Kirchstetten:http://www.kirchstetten.at/system/web/zusatzseite.aspx?detailonr=220166950
("Der Phäake", in "Wien wörtlich", 1935)

Kommentar am 08.03.2015
Anhören! Sowohl Albin Skoda als auch Oskar Werner lesen Weinhebers "Phäaken" 1.) Albin Skoda: ab ca. 7:45 auf [http://tinyurl.com/qhbcb8y] "Österreich am Wort", Österreichische Mediathek. 2.) Oskar Werner:[http://www.oskarwerner.at/DerPhaeake.mp3] ("Die Stimme - The Voice")

Kommentar am 12.07.2015
wird bei uns eher für eine Breimahlzeit (Babymahlzeit) verwendet.

Kommentar am 12.07.2015
In Wien Breimahlzeit, Eintopfgericht usw. für Mensch und Tier; keineswegs eine Stelze (Eisbein), sowas ist nie ein Papperl. Siehe Zitat Weinhebers Phäake.

Kommentar am 14.07.2015
Gemeint ist aber immer: ein GUTES Essen, das GEWOHNTE Essen, im Zusammenhang mit einem spießbürgerlichen Leben.

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Papperl






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.