Österreichisches Wörterbuch

Häusl , das

Toilette


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 21.06.2005

Bekanntheit: 89%

Beurteilung: 56 | 0

Kommentar am 12.03.2010
In aller Pracht - ein Häusl mit wellenförmigem Boden: Das außerordentliche Hundertwasser-Häusl in Neuseeland: Französische und japanische TV-Doku-Teams haben's schon gefilmt!
Anschaun auf
[http://tinyurl.com/2qf3x]

"Fancy Loo", ausgerechnet ein "Häusl", ist und bleibt die einzige Visitenkarte des Verfechters der Humustoilette auf der südlichen Hemisphäre, ja wird zu seinem Vermächtnis.
Wiener Zeitung - [http://tinyurl.com/yeeg2em] - ist leider weg. Doch da ist eine frz. Agenturmeldung:

Hundertwasser-Toilette in Neuseeland sorgt für Stunk
Auckland (AFP) - Eine von dem österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltete öffentliche Toilette in Neuseeland sorgt derzeit für Stunk: Denn die Scharen von Touristen, die das mit farbenprächtigen Mosaiken verzierte Klo in Kawakawa nördlich von Auckland aufsuchten, würden die Toilette nicht nur bestaunen, sondern auch benutzen, sagte die Vorsitzende der Gemeindeverwaltung, Norma Shepard, der Zeitung New Zealand Herald vom Donnerstag. Auf dem wellenförmigen Boden des Klohauses würden sich Wasser, Urin und Desinfektionsmittel auf unangenehme Weise vermengen, sagte Shepard. Sie schlug daher den Bau öffentlicher Toiletten vor oder die Erhebung einer Gebühr für die Benutzung des Hundertwasser-Pissoirs.
Verwaltungsratsmitglied Quinn Turton sagte, die Toiletten sei zwar eine surreale Anlage, aber keine sanitäre: Hundertwasser war ein hervorragender Künstler, aber er wusste über den Bau von Toiletten ebenso viel wie Sie und ich. Der Vorsitzende der österreichischen Hundertwasser-Stiftung, Joram Harel, hielt in einem offenen Brief dagegen: Die Toilette in Kawakawa sei ein Platz, an dem sich Menschen erhaben, fröhlich und wie zu Hause fühlten. Sie wegen Gestanks zu schließen, wäre ein Betrug an Hundertwasser und seinem Vermächtnis an Kawakawa.
[http://www.tripple.net/contator/aufzack/frage.asp?fraid=11180]

Kommentar am 13.03.2010
Ganz schön häufig hier anzutreffen, das Häusl:
Häusl
Häusl
Häusl
Häusel auch Häusl
Häusl
Häusl
Heisl
Häusl
Häusl

Kommentar am 14.03.2010
Zum Noch-nicht-Eintrag "Scheißhäusl", der die Zweckbestimmung manch eines Kleinbaus präzisiert,
gibt´s übrigens ganz große (Briefroman-)Literatur:
"Pablo sitzt mit seinem Scheißhäusl neben mir und zeichnet.
Sein Scheißhäusl ist noch dicht geschlossen....rechts: eine Scheißhäuslträgerin. Vor mir: Ein Scheißhäuslträgerpaar. Hinter mir: alles Scheißhäuslträger.
Ein Wiener Pudel, der ein deutscher Schäferhund sein will, läuft mit seinem Scheißhäusl quer durch das Kaffeehaus zur Mehlspeisvitrine...
"
Aus: Stephan Eibel Erzberg, "Gräber raus aus den Friedhöfen,"
Edition Splitter, Wien 1996, S. 13

Herzerfrischende Volkspoesie gibt´s natürlich auch:
Da Pfårra z´ Sankt Gållen
Is ins Scheißhäusl g´fålln.
Wia-r-a aussa is´stieg´n,
Håt a si `Dreckmandl´ g´schrieb´n.
oder
I håb di so liab,
I håb di so gern
Und i kunt weg´n deiner
A Scheißhäusl wer(d)n.

Zu finden ist solche Volkskunst aus der Zeit der Neuromantik in
Friedrich Salomo Krauss: "Anthropophyteia. Jahrbücher für folkloristische Erhebungen und Forschungen zur Entwicklunggeschichte der geschlechtlichen Moral", Leipzig 1906, Band 3, S. 196

Noch ein paar Anwendungsbeispiele, welche die Nutzung des Wortes gut aufzeigen, wenn´s um künstlerischen Einsatz geht, gibt´s in
Ilka Peter: "Gasslbrauch und Gasslspruch in Österreich", Salzburg 1953,
zu lesen auf [http://tinyurl.com/yl8j5ys]

Kommentar am 18.06.2012
Aus Unterkärnten, wo das Häusl noch ein Häuschen ist: Youtube schauen: "AJZL statt WC" - mit "z" wie [z] - ein stimmhaftes S!
* Die Kleine Zeitung, Bez. Völkermarkt, 14.12.2011, schreibt, ohne dass der Lokalreporter und die Redaktion zu begreifen scheinen, dass das kärntner-windische „Ajzl“ der Wiedergabeversuch des dt.-österr. Wortes „Häusl“ darstellt (Slowenen jenseits der Karawanken dürften mit diesem Ajzl auch nichts mehr anzufangen wissen):
Ajzl brannte – doch nicht :: Ajzl le ni zgorel
Rund 150 betroffene BürgerInnen aus Schilterndorf-Čirkovče, Wiederndorf-Vidra vas und Aich-Dob in der Gemeinde Bleiburg-Pliberk, Bezirk Völkermarkt, sowie Sympathisanten und die hohe Gemeindevertreter nahmen am 13. April an der Protest- und Informationsveranstaltung „Ajzl brennt :: gori“ teil. „Den Menschen brennt der Hut“, begründete Initiativen-Sprecher Jakob Logar die Aktion, denn in den nächsten Wochen würden die ersten überhöhten Kanalrechnungen fällig, die alle 150 Haushalte doppelt so hoch belasten als im Rest der Gemeinde.
[http://ajzl.loka.at/]

* Unter dem Titel Protestaktion "AJZL statt WC" gab’s auch einen Bericht in der Kärntner WOCHE aus Bleiburg, am 30.12.2011:
Die von einer extremen Erhöhung der Kanalgebühren geplagte Bevölkerung der Ortschaften Schilterndorf- irkove, Wiederndorf-Vidra vas und Aich-Dob, Gemeinde Bleiburg-Pliberk, Bezirk Völkermarkt-Velikovec in Südkärnten wehrt sich mit einer Aufsehen erregenden Aktion. Ajzl (Plumpsklo) statt WC. [http://tinyurl.com/c55jtsc]

* Youtube bringt gar einen „Häusl“-Bericht vom kärntner-"windischen" Ajzl mit jenem bei Journalistikern häufigen Dativ, der „dem Genitiv sein Tod“ (© Sickl/Zwiebelfisch) ist, im letzten Satz des ORF-Berichtes auf Youtube
[http://www.youtube.com/watch?v=D_eSnbrkOhA]

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Häusl






Österreichisches Deutsch defniert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.