Österreichisches Wörterbuch

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Pfandl , das: 1. Pfanne 2. Pfandleihe; Pfandleihanstalt, im speziellen das Dorotheum in Wien

Pfarre , die: Pfarrei

pfiatn : sich verabschieden * Pfiat di !: Informelle Verabschiedung von einer Person * Pfiat euch !: Informelle Verabschiedung von einer Personengruppe

Pfitschigogerl , das: Spiel: eine Münze wird mit einem Lineal über die Tischplatte gespielt

Pflanzere͟i , die: Stichelei, Verarschung

Pflichtschulbereich : Bereich, der Grund- und Hauptschule betrifft

Pflichtschule : Grund- und Hauptschule

Pflichtschullehrer -in : Grund- und Hauptschullehrer -in

Pflichtschulleiter -in : Grund- und Hauptschulleiter -in

Pfrnak , der: große Nase

Pick , der: Kleber

picken : kleben

picksüß : sehr süß, honigsüß

Piefke , der: 1. Deutscher 2. Norddeutscher

Piefkinesen : Deutsche

Pimperl , das: Penis

Pimperlbahn : kleine, unbedeutende Bahnlinie

pimpern : koitieren

piperln : trinken, saufen, bezogen auf Alkohol

pipifein : wunderbar, traumhaft

pischen : urinieren

Pitsche , die: große Tasse; Kanne

Plafond , der: Zimmerdecke

plä̲rren : 1. schreien

plärren : 1. weinen

platteln : Steinchen springen lassen

plazen : weinen

plẹdern : sehr schnell fahren

Pọlster , der, -s, Pölster: Kissen

pomali : immer mit der Ruhe! langsam!

Pompfüneberer , der: uniformierter Bestatter

Potschamperl , der: Nachttopf

pracken : 1. schmatzen 2. schlagen

Prạcker , der: 1. Schlag 2. Klopfer, Teppichklopfer

Pracker : 1. Fruchtsense für kurze oder umgefallene Frucht

Prạcker , der: 1. Rausch

pragmatisieren : in ein festes unkündbares Beamtenverhältnis übernehmen

präpotent : überheblich

Präsenzdienst , der: Wehrdienst

präsenzpflichtig : wehrpflichtig

Pratze , die: grosse Hand

pressen : schnell fahren

pritscheln : stark regnen

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.