Österreichisches Wörterbuch

51 - 100

Schiefer , der: eingezogener Holzsplitter

schiengeln : schielen

schiffen : 1. urinieren 2. stark regnen

Schifferl versenken : Schiffe versenken

Schilling , der: historische österreichische Währung

Schimpel , der: Schimmelpilz

schimplert : schimmelig

Schinakel : kleines Boot

Schinkenfleckerl , die: Schinkennudeln

Schlagerl , das: Schlaganfall

Schla̲gobers : Schlagsahne

Schlampertatsch : schlampige Person

Schlatz , der: Schleim

schlatzen : spucken

Schlawiner , der: Gauner

Schlawinerin : Gegenstück weibl. zum Schlawiner

Schlecker , der: Lutscher

schlẹckerpatzl! : ätsch!

Schle͟ich , der: Schleichhandel, Schwarzmarkt

schle͟ichen, sich : verschwinden, sich entfernen

schleißig : schäbig, abgenützt

Schmachtfetzen , der: Liebesfilm

Schmafu̲ : Unsinn, Blödsinn

schmafu̲ : schäbig, verächtlich

Schmä̲h , der: 1. Trick, Finte 2. kleine Lüge, Flunkerei 3. Witz, Scherz, Spruch * Schmä̲h führen: Sprüche klopfen; andere mit Witzen unterhalten

Schmä̲hführer , der: jmd. der einen Schmäh nach dem anderen los lässt bzw. jmd. der Wahrheit und Dichtung vermischt

schmä̲hhalber : nur aus Spaß

schmä̲hohne : ganz im Ernst

schmä̲hstad : erstaunt, sprachlos, verblüfft

schmä̲htandeln : Sprüche klopfen; Unwahrheit erzählen

Schmä̲htandler , der: Aufschneider; Schwindler

Schmạrren, Schmạrrn , der: 1. Unsinn; dummes Zeug; 2. ein Gericht bei dem die Ausgangsmasse in grobe Stücke zerteilt und vermischt wird

Schmatzer , der: Bussi; Kuss

schnạckeln : ein schnalzendes Geräusch machen

Schnạckerl : Schluckauf * Schnạckerlstossen: Schluckauf

Schnạckerl- : Bestimmungswort von Komposita in der Bedeutung klein, lächerlich * Schnạckerlbahn: Kleinbahn * Schnạckerlbetrieb: kleiner, unbedeutender Betrieb * Schnạckerlbude: minderwertige Firma oder Laden * Schnạckerlfirma: kleine Firma ohne großen Namen * Schnạckerlzug: langsamer, unmoderner Zug

Schnạckler , der: 1. Schluckauf 2. Schnalzer mit den Fingern 3. Herzinfarkt

51 - 100







Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.
Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.
Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.